Mutversuch in Niger: Bewaffnete drangen auf Hotel mit Parlamentariern vor
Im nigrischen Niamey ist ein bewaffneter Angriff auf ein Hotel vereitelt worden, in dem Abgeordnete der Allianz der Sahel-Staaten untergebracht waren. Der Vorfall ereignete sich in der Nacht auf den 29. August parallel zu einem …
Nach Angaben des russischen Botschafters in Niger, Viktor Woropajew, versuchte eine Gruppe bewaffneter Männer, das Bravia Hotel in Niamey zu stürmen. Das Hotel beherbergte Mitglieder des Parlaments der Allianz der Sahel-Staaten (AES), die zur ersten Sitzung der jungen Staatenallianz in die nigrische Hauptstadt gereist waren. Der Angriff konnte nach diplomatischen Angaben abgewehrt werden.
Woropajew hielt sich am Abend des 28. August noch zu einem Galadinner im Hotel auf, das für die an der Parlamentssitzung teilnehmenden Gesetzgeber veranstaltet wurde. In der folgenden Nacht hörte der Diplomat demnach anhaltendes Schussfeuer. Auch Mitarbeiter der russischen Botschaft arbeiten und wohnen vorübergehend im Bravia Hotel.
Die erste Sitzung des AES-Parlaments war vom 24. bis zum 29. August in Niamey angesetzt. Neben den Delegationen der Mitgliedstaaten waren auch Vertreter der Legislativversammlungen von Tschad und Togo als Gäste zur Eröffnung eingeladen. Der Großteil der Teilnehmer war im Bravia Hotel untergebracht. Die für den 29. August um 10.00 Uhr vorgesehene Abschlusssitzung wurde nach dem Mutversuch verschoben.
Parallel zum Hotelvorfall hatte eine Gruppe von Militärs in der Nacht vom 28. auf den 29. August versucht, Kameraden in einer Kaserne der Luftwaffenbasis 101 einzusperren. Wie die nigrische Nachrichtenagentur unter Berufung auf Verteidigungsminister Salifou Modi berichtete, eröffneten die Meuterer zudem das Feuer auf mehrere strategisch wichtige Einrichtungen in Niamey.
Der Minister erklärte, die schnelle Reaktion der Sicherheitskräfte habe es ermöglicht, den Aufstand einzudämmen und die Kontrolle über die betroffenen Einrichtungen schrittweise wiederherzustellen. Das Verteidigungsministerium rief die Bevölkerung zur Ruhe auf und forderte die Bürger auf, ihren alltäglichen Geschäften nachzugehen.