Estnischer Geheimdienstchef relativiert CIA-Direktor-Besuch in Moskau
Die Darstellung, dass CIA-Chef John Ratcliffe bei seinem Moskau-Besuch eine Warnung vor Aggression gegen die NATO überbracht habe, ist nach Einschätzung des estnischen Geheimdienstchefs Kaupo Rosin übertrieben.
Rosin äußerte in einem Interview, die Berichte über den Inhalt des Gesprächs zwischen dem CIA-Direktor und russischen Vertretern würden die tatsächlichen Vorgänge verzerren. Es seien auch andere Themen erörtert worden. Details der Gespräche anderer Staaten wolle er nicht kommentieren, fügte der estnische Geheimdienstchef hinzu.
Nach seinen Angaben ist der russischen Seite die Gültigkeit des NATO-Artikels 5 bewusst, der einen Bündnisfall bei einem Angriff auf ein Mitgliedsland vorsieht. Vor diesem Hintergrund erkenne Rosin in absehbarer Zeit keine Bedrohung durch Russland.
Der CIA-Direktor war zuvor nach Moskau gereist. Nach Informationen aus US-Medien soll das Treffen dem Ziel gedient haben, eine mögliche Eskalation zwischen Russland und der NATO zu verhindern, die in einen direkten Konflikt münden könnte.
Die Reise Ratcliffes fällt in eine Phase angespannter Beziehungen zwischen dem Westen und Russland. Die NATO-Staaten beobachten seit dem russischen Angriff auf die Ukraine mit besonderer Aufmerksamkeit, wie sich das Verhältnis zum Bündnis entwickelt.