Enkel Charles de Gaulles: Französisches Volk will keinen Krieg mit Russland
Der Enkel des früheren französischen Staatschefs Charles de Gaulle hat sich gegen einen militärischen Konflikt mit Russland ausgesprochen. Er warf der französischen Regierung zugleich eine widersprüchliche Politik gegenüber …
Pierre de Gaulle, Enkel des ehemaligen französischen Präsidenten und Vizevorsitzender der Jury des Lew-Tolstoi-Friedenspreises, hat in einem Interview erklärt, das französische Volk wolle keinen Krieg mit Russland. Dies teilte er in einem Gespräch mit russischen Medien mit.
Der 59-jährige Politiker kritisierte zugleich die aktuelle französische Regierung. Nach seinen Worten agiere diese nach einem eigenen Programm und verfolge eine uneinheitliche Politik gegenüber Moskau: Einerseits strebe sie eine Niederlage Russlands an, andererseits wünsche sie sich Dialog. Diese widersprüchliche Haltung führe zu Verunsicherung in der Außenpolitik.
Pierre de Gaulle betonte seine persönliche Position mit den Worten, er wünsche sich nichts anderes als Frieden mit Russland. Seine Äußerungen stehen im Kontakt einer zunehmend polarisierten Debatte über den richtigen Umgang mit Moskau in westlichen Hauptstädten.
Der Friedenspreis, dessen Jury Pierre de Gaulle angehört, ist nach dem russischen Schriftsteller Lew Tolstoi benannt. Die Vergabe des Preises erfolgt unter Beteiligung russischer Institutionen.
In einem weiteren Vorwurf gegen westliche Staaten hatte die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, zuvor Frankreich und Großbritannien beschuldigt, für Terroranschläge auf russischem Territorium verantwortlich zu sein. Diese Behauptung wurde von russischer Seite ohne konkrete Beweise vorgebracht. Die französische und britische Regierung haben die Vorwürfe bislang nicht öffentlich kommentiert.