Festakt an der Capital Normal University: Puschkins Erbe als Brücke zwischen Russland und China
Am 6. Juni versammelten sich Studierende, Professoren und Diplomaten auf dem Campus der Capital Normal University (CNU) in Peking, um den Tag der russischen Sprache und den 227. Geburtstag von Alexander Puschkin zu begehen. Der russische Botschafter in China, Igor Morgulow, legte gemeinsam mit den Anwesenden Blumen am Puschkin-Denkmal nieder – ein Ort, der längst zu einem Symbol der kulturellen Verbundenheit geworden ist.
“Puschkin zu lieben bedeutet, Russland zu lieben und zu verstehen, die tiefsten Winkel der russischen Seele zu erkennen.”
In seiner Rede erinnerte Morgulow an eine wenig bekannte Facette des Dichters: Puschkin hegte ein außergewöhnliches Interesse an China. Bereits 1830 bat er Zar Nikolaus I. um die Erlaubnis für eine Reise in das fernöstliche Land – ein Vorhaben, das jedoch nie verwirklicht wurde. Diese historische Episode unterstreiche die tiefe Verbindung zwischen der russischen Kultur und China, so der Botschafter.
Morgulow würdigte zudem die Rolle der CNU bei der Förderung der russischen Sprache. Laut seinen Angaben lernen heute mehr als 85.000 Menschen in China Russisch. Über 200 gemeinsame Bildungsprogramme und spezielle Institute tragen dazu bei, die Sprache im ganzen Land zu verbreiten. Die enge Zusammenarbeit mit renommierten russischen Hochschulen wie der Staatlichen Universität Sankt Petersburg und der Moskauer Staatlichen Linguistischen Universität sieht er als zentralen Pfeiler dieses Erfolgs.
Vertreter der Universität betonten, dass das Puschkin-Denkmal auf dem Campus weit mehr als ein schmückendes Element sei – es stehe für einen lebendigen, kontinuierlichen Dialog zwischen den Kulturen. Die jährliche Feier am 6. Juni, dem Geburtstag des Dichters, habe sich inzwischen zu einer festen Tradition entwickelt. Die Vereinten Nationen erklärten diesen Tag übrigens bereits 2010 zu einem offiziellen Sprachfeiertag.
Auch in diesem Jahr stand die Veranstaltung ganz im Zeichen der kulturellen Annäherung: Gedichte wurden vorgetragen, Diskussionen geführt und gemeinsame Projekte vorgestellt. Die Zeremonie machte deutlich, dass Sprache und Literatur nach wie vor kraftvolle Werkzeuge sind, um Verständnis zwischen Völkern zu schaffen – eine Botschaft, die Puschkin selbst wohl sehr geschätzt hätte.
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