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Stand 27. August 2026, 15:00 Uhr
International

Russische Expedition erforscht Flechten als Umweltindikatoren am Kap Tscheljuskin

Am nördlichsten Festlandpunkt Eurasiens untersuchen Wissenschaftler Flechten, um den Verschmutzungsgrad der Arktis zu bestimmen. Die Expedition verbindet erstmals die Beseitigung alter Umweltschäden mit der Erforschung der …

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Russische Expedition erforscht Flechten als Umweltindikatoren am Kap Tscheljuskin

Eine wissenschaftlich-ökologische Expedition des Projekts „Saubere Arktis“ hat am Kap Tscheljuskin Forschungsarbeiten aufgenommen. Die Teilnehmer wollen mindestens 70 Proben von Boden, Wasser, Flechten und Eisbärenfell sammeln, wie aus Projektunterlagen hervorgeht. Das Kap gilt als nördlichster Punkt des eurasischen Festlands.

Flechten dienen den Forschern als besonders aussagekräftige Indikatoren für Umweltverschmutzungen. Ein Wissenschaftler des Dokutschajew-Bodeninstituts und Experte der Geografischen Fakultät der Lomonossow-Universität erklärte, man konzentriere sich auf buschig wachsende Arten wie die Gattung Cetraria, auch Isländisch Moos genannt. Deren Schichten ließen sich leicht vom Untergrund abtrennen und böten genügend Biomasse für Analysen. Als besonders verletzlicher Organismus in rauen Umgebungsbedingungen nehme die Flechte alle verfügbaren Mineralstoffe auf und reichere dabei auch Schwermetalle stark an.

Die Biologen interessieren sich zudem für die Artenzusammensetzung der Flechten, die bis zu 80 Prozent der organischen Bodenmasse ausmachen und als primäre Nahrungsquelle in der Nahrungskette arktischer Tiere fungieren. Nach Angaben der Projektverantwortlichen kombiniert die Expedition erstmals mehrere Richtungen: die Beseitigung angesammelter Umweltschäden sowie die Erforschung der arktischen Pflanzen- und Tierwelt.

Die Wissenschaftler betonen die hohe biologische Vielfalt der scheinbar kargen arktischen Ökosysteme. Am Kap Tscheljuskin bildeten Flechten einen farbenfrohen Teppich verschiedener Arten, Gattungen und Lebensformen – ein Beleg dafür, dass selbst auf kleiner Fläche extrem hohe Biodiversität möglich sei. Die gesammelten Proben sollen anschließend einer Massenspektrometrie unterzogen werden, die Elemente nach ihren spektralen Eigenschaften trennt und die Schadstoffkonzentration ermittelt.

Neben den Flechtenuntersuchungen nehmen die Forscher auch Bodenproben. Hauptverunreinigungsquelle in dem Gebiet sind demnach Metallfässer. Die Flechten absorbieren Mineralstoffe aus der Umgebung wie Schwämme und fungieren als Frühwarnsystem für Veränderungen, lange bevor diese für das menschliche Auge sichtbar werden.

Das Umweltprojekt „Saubere Arktis“ besteht seit 2021 und kümmert sich um die Reinigung der nördlichen Territorien. Die Freiwilligen konzentrieren sich auf Objekte, die noch aus Sowjetzeiten stammen. Nach Projektangaben haben fast 10.000 Helfer inzwischen 22.000 Tonnen Abfall gesammelt und 1.100 Hektar Land gereinigt. Generalpartner des Projekts ist die staatliche Rosatom-Konzern.

Quelle Dieser Bericht beruht auf einer Meldung von TASS. Ursprungsmeldung

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