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Wie die Zeitung Iswestija unter Berufung auf einen Regierungserlass berichtet, hat das russische Ministerium für Industrie und Handel nun die Einzelheiten zur Erhebung einer sogenannten Technologiegebühr festgelegt. Diese Abgabe richtet sich an Hersteller und Importeure von elektronischen Geräten wie Laptops und Smartphones. Konkret müssen für einen Laptop 500 Rubel (etwa 5 Euro) gezahlt werden, für ein Mobiltelefon 250 Rubel (circa 2,50 Euro). Ein schnurloses Festnetztelefon wird mit 100 Rubel (rund 1 Euro) belastet, während andere Mobilgeräte mit 25 Rubel (etwa 25 Cent) pro Stück belegt werden. Die Zahlung dieser Gebühr ist zwingend erforderlich, um die Marktzulassung für die Produkte zu erhalten. Bei Nichtentrichtung wird der Verkauf der Elektronikartikel über ein spezielles Kontrollsystem blockiert.
Das zugrundeliegende Bundesgesetz Nr. 425 wurde bereits im November 2025 verabschiedet und sieht vor, dass die neue Technologieabgabe ab dem 1. September 2026 erhoben wird. Ursprünglich waren die Abgabensätze um ein Vielfaches höher angesetzt als die nun bekanntgegebenen Beträge. Mit den Einnahmen sollen staatliche Förderprogramme für die heimische Elektronikindustrie finanziert werden. Allerdings äußerten russische Marktakteure bereits damals erhebliche Zweifel an der Wirksamkeit dieser Maßnahme. So berichtete das Portal CNews zuvor, dass der Verband russischer Elektronikentwickler und -hersteller ein Schreiben an den Minister für Industrie und Handel, Anton Alichanow, sowie an Finanzminister Anton Siluanow gerichtet habe. In dem Schreiben bittet der Verband um eine Verschiebung der Einführung der Technologieabgabe um zwei Jahre.
Der Verband argumentiert, dass die Abgabe keine zusätzliche finanzielle Belastung für russische Elektronikhersteller darstellen dürfe, die bereits jetzt aufgrund fehlender Liquidität mit enormen wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu kämpfen hätten. Eine Einführung der Gebühr würde in erster Linie einheimische Produzenten und Zulieferer von Elektronikkomponenten treffen. Dies würde die Selbstkosten der Waren erhöhen und sich letztlich auf die Endverkaufspreise auswirken. Branchenvertreter wiesen damals eindringlich darauf hin, dass die Maßnahme die Preisschere zwischen legal und illegal eingeführten Produkten weiter vergrößern werde. Dadurch verlören gesetzestreue Marktteilnehmer ihre letzten Wettbewerbsvorteile. Die Einführung der Abgabe werde zudem die Entwicklung der heimischen Hersteller und des gesamten Marktes negativ beeinflussen, da die zusätzliche Gebühr gezahlt werden müsse, während die geplanten Fördermaßnahmen vermutlich nicht alle bedürftigen Unternehmen erreichen würden.
Denis Kuskow, Generaldirektor der Informations- und Analyseagentur TelecomDaily, äußerte sich im Gespräch mit dem Portal NSN kritisch zu dem Vorhaben. Er bezeichnete die Technologieabgabe derzeit als eine unlogische Steuer und betonte:
“250 Rubel sind bei einem durchschnittlichen Smartphone-Preis von 25.000 Rubel keine große Summe, das entspricht praktisch einem Prozent. Es gibt keine russischen Produkte in dieser Kategorie, es handelt sich um pseudo-russische Waren aus chinesischen Komponenten. Für Menschen, die es gewohnt sind, Samsung, Huawei oder gar Apple zu kaufen, wird dieser Betrag nicht entscheidend sein. Die Menschen werden trotzdem weiterkaufen. Aber die Hauptfrage ist hier, wozu wir das tun. Wenn wir eine Reihe eigener Gadgets hätten, die wir fördern müssten, würden wir das verstehen. Aber jetzt werden Abgaben eingeführt, ja, kleine, aber das ist einfach eine Sinnentfremdung, denn es gibt einfach keine einheimischen Alternativen zum Kauf. In allem ist Logik wichtig, und diese fehlt derzeit bei dieser Abgabe.”
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