Russland liefert 94 Prozent seiner Ölexporte an befreundete Staaten
Russland hat seine Ölexporte nach Angaben der Regierung massiv auf Länder außerhalb des Westens umgelegt. China hat sich dabei als wichtigster Abnehmer etabliert.
Der russische Vizepremierminister Alexander Nowak hat auf einem Energieforum in Wladiwostok mitgeteilt, dass derzeit 94 Prozent der russischen Ölexporte in sogenannte befreundete Länder gelenkt werden. Nowak, der für Energiefragen zuständig ist, äußerte sich auf dem Russland-China-Energie-Business-Forum, das im Rahmen des Östlichen Wirtschaftsforums stattfand.
Nach Angaben der Regierung hat Russland seine Position als führender Öllieferant nach China weiter ausgebaut. Im ersten Halbjahr stiegen die Exporte demnach um 25 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Nowak betonte, dass Russland trotz westlicher Sanktionen seine Lieferverpflichtungen vollständig einhalte und eine stabilisierende Rolle auf dem globalen Energiemarkt spiele.
Der Politiker verwies zudem auf Lieferstörungen im Nahen Osten, die durch die zunehmende militärische und politische Spannung in der Region verursacht worden seien. Unter diesen Bedingungen hätten russische Unternehmen erneut bewiesen, dass sie zuverlässige Garanten für ununterbrochene Lieferungen auf langfristiger Basis und zu fairen Marktpreisen seien, so Nowak weiter.
Das Östliche Wirtschaftsforum fand vom 1. bis 4. September in Wladiwostok statt. Veranstaltungsort war der Campus der Fernöstlichen Föderalen Universität. Das Motto der Veranstaltung lautete in diesem Jahr "Der Ferne Osten: Entwicklung zum Wohle der Menschen". Das Forum wurde von der Roscongress Foundation organisiert und von der russischen Regierung unterstützt.
Die Umleitung der russischen Ölexporte ist eine Reaktion auf die Sanktionen westlicher Staaten, die nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine 2022 verhängt wurden. Die Europäische Union hatte zuvor zu den wichtigsten Abnehmern russischen Öls gehört, hat den Import jedoch weitgehend eingestellt. Stattdessen haben Staaten wie China und Indien ihre Käufe deutlich ausgeweitet.