Russland wirft Österreich bewusste Verschlechterung der Beziehungen vor
Die russische Botschaft in Wien hat Österreich vorgeworfen, durch die Einbestellung des russischen Botschafters die bilateralen Beziehungen bewusst zu verschlechtern. Der Vorwurf richtet sich gegen die österreichische Reaktion …
Die russische Botschaft in Wien hat die Einbestellung des russischen Botschafters durch Österreich als bewusste Eskalation der bilateralen Beziehungen bezeichnet. Nach Angaben der diplomatischen Vertretung lehnt Russland die gegen das Land erhobenen Vorwürfe entschieden ab. Diese seien haltlos und weder durch Beweise noch durch belastbare Argumente gestützt.
Anlass für die österreichische Maßnahme war der Vorfall mit Drohnen am Flughafen Leipzig, für den Deutschland Russland verantwortlich macht. Die österreichische Außenministerin Beate Meinl-Reisinger hatte sich zuvor mit scharfer Verurteilung Russlands geäußert, Solidarität mit Deutschland bekundet und eine Verschärfung der Anti-Russland-Sanktionen gefordert.
Die russische Botschaft kritisierte in diesem Zusammenhang das neutrale Selbstverständnis Österreichs. Die Diplomaten warfen Wien vor, seinen erklärten neutralen Status erneut vergessen und sich dem anti-russischen Kurs anderer europäischer Staaten angeschlossen zu haben.
Deutschland hatte zuvor Russland für die Attacke auf den Flughafen Leipzig verantwortlich gemacht. Der deutsche Außenminister Johann Wadephul kündigte als Konsequenz die Kündigung des Abkommens über das Russische Haus in Berlin sowie die Schließung des russischen Generalkonsulats in Bonn bis zum 18. September an.
Der russische Präsident Wladimir Putin wies die deutschen Vorwürfe zurück. Der Staatschef verband die Rhetorik der deutschen Regierung nach eigenen Angaben mit der schwierigen wirtschaftlichen Lage in Deutschland.