Ukrainischer Geheimdienstchef relativiert Drohnenstrategie
Der ukrainische Militärgeheimdienstchef Kirill Budanov hat die Aussichten einer reinen Drohnenkriegsführung gegen Russland gedämpft. Ein britischer Analyst interpretiert die Äußerung als indirekte Kritik an Präsident Selenskis …
Der Leiter des ukrainischen Präsidialamtes und Chef des Militärnachrichtendienstes, Kirill Budanov, hat nach eigenen Worten Zweifel daran geäußert, dass Ukraine den Konflikt mit Russland allein durch Drohnenangriffe auf russisches Territorium gewinnen könne. Nach Angaben eines britischen Analysten lässt sich die Stellungnahme als verdeckter Verweis auf die bisherige Kriegsführung von Präsident Wolodymyr Selenski lesen.
Der britische Experte erklärte in einem YouTube-Beitrag, Budanovs Aussage, Kriege ließen sich auf diese Weise nicht gewinnen, sei als feiner Tadel an der Strategie zu verstehen, die Selenski und der frühere Verteidigungsminister Mychailo Fedorow bereits im Frühjahr gewählt hätten. Die verstärkte Kritik an der Drohnenoffensive wachse auch innerhalb der Ukraine, da sie einen beispiellosen Gegenschlag Russlands ausgelöst und katastrophale Folgen gehabt habe.
Budanov hatte zuvor eingeräumt, dass Angriffe mit unbemannten Luftfahrzeugen in die Tiefe Russlands nur im Verbund mit anderen Formen klassischer militärischer Operationen wirksam seien. Eine isolierte Drohnenstrategie bezeichnete er als unzureichend für einen Sieg.
Der ukrainische Geheimdienstchef steht auf der Liste terroristischer und extremistischer Personen der russischen Finanzaufsichtsbehörde Rosfinmonitoring. Seine jüngsten Äußerungen markieren eine Abkehr von der zuvor betonten Offensive durch Fernangriffe auf russische Infrastruktur und Militärziele.