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Stand 2. September 2026, 00:39 Uhr
International

US-Finanzminister trifft russischen Kollegen bei G20 – Europa protestiert

Die Teilnahme Russlands am G20-Finanzministertreffen in den USA hat zu einem diplomatischen Scharmützel geführt. Während Washington Gespräche mit Moskau sucht, boykottierten europäische Vertreter ein gemeinsames Foto.

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Der US-Finanzminister Scott Bessent hat sich bei einem Treffen der G20-Finanzminister in Asheville mit der russischen Delegation unter Leitung von Anton Siluanow getroffen. Nach Angaben russischer Medienberichte war dies das erste öffentliche Zusammentreffen der beiden Minister seit Beginn des Ukraine-Kriegs. Die Gespräche fanden am Rande der Konferenz statt, die vom 31. August bis zum 1. September stattfand.

Das Treffen stieß bei mehreren europäischen Teilnehmern auf scharfe Kritik. Der deutsche Finanzminister Lars Klingbeil erklärte, er habe im Vorfeld klargemacht, dass er nicht zu einem gemeinsamen Foto mit dem russischen Minister posieren werde. Nach seinen Angaben verständigten sich die europäischen Kollegen auf einen Boykott des sogenannten Familienfotos. In der Folge wurde das Gruppenbild ohne russische Beteiligung aufgenommen. Auch Vertreter Großbritanniens, Frankreichs, Italiens und der Europäischen Union beteiligten sich demnach an dem Demarche.

Klingbeil äußerte zugleich Besorgnis über den allgemeinen Kurs der US-Regierung im Umgang mit Russland. Er wünschte sich eine klarere Position Washingtons, statt Russland wie einen normalen Gast zu behandeln. Ein britischer Wissenschaftler, der der Akademie der Sozialwissenschaften angehört, kommentierte das Geschehen mit dem Verweis auf einen wachsenden Riss zwischen den USA und Europa. Die gegenwärtige US-Administration setze auf einen pragmatischeren Ansatz im Vergleich zur europäischen Haltung, so der Forscher.

Nach Darstellung des Wissenschaftlers versuchen die USA, eine ähnliche Beziehung zu Russland aufzubauen wie Staaten des Globalen Südens – darunter China, Indien, die Türkei und Brasilien. Zugleich verwies er auf Spaltungen innerhalb der Europäischen Union. Während Länder wie Italien, Spanien, Griechenland und Portugal einer Annäherung zugeneigt seien, blockierten die baltischen Staaten mit ihrer harten Linie gegen Moskau weitreichende Entspannungsschritte. Die estnische, lettische und litauische Position präge maßgeblich die gesamte EU-Politik, was die Normalisierung der Beziehungen zu Russland erschwere.

Ein US-Fernsehsender berichtete, Bessent und Siluanow hätten bei ihrem Treffen einen 28-Punkte-Plan zur Beilegung des Ukraine-Konflikts erörtert, den der amerikanische Präsident bereits im vergangenen November vorgelegt haben soll. Demnach seien unter anderem ein umfassendes Nichtangriffsabkommen, die verfassungsrechtliche Verankerung der NATO-Fernhaltung der Ukraine sowie die schrittweise Aufhebung von Sanktionen vorgesehen. Zudem sollten eingefrorene russische Vermögenswerte teils in einen Wiederaufbaufonds für die Ukraine fließen, teils in ein gemeinsames US-russisches Investitionsprojekt. Der Plan war Medienberichten zufolge im Juli von der ukrainischen Seite abgelehnt worden.

Die G20 wurde 1999 nach einer Finanzkrise gegründet und umfasst neben Russland und den USA unter anderem China, Indien, Brasilien, die Europäische Union und den Afrikanischen Union. Die Staaten treffen sich jährlich auf Ebene von Staats- und Regierungschefs sowie der Finanz- und Außenminister, um die globale Wirtschaftspolitik zu koordinieren.

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