US-Justizministerium dementiert Bericht über Einstellung der Zusammenarbeit mit Kanada
Das US-Justizministerium hat einen Medienbericht über die angebliche Aussetzung der Kooperation mit kanadischen Behörden zurückgewiesen. Hintergrund sind die angespannten Handelsbeziehungen zwischen den beiden Nachbarländern.
Das US-Justizministerium hat Informationen über eine angebliche Unterbrechung der Zusammenarbeit mit kanadischen Behörden als falsch bezeichnet. Nach Angaben einer Nachrichtenagentur erklärte das Ministerium, ein entsprechender Befehl sei nie erteilt worden.
Zuvor hatte eine US-amerikanische Zeitung unter Berufung auf E-Mails berichtet, die Leiterin der internationalen Abteilung der Wettbewerbsbehörde im Justizministerium, Linda Marshall, habe Mitarbeitern die Einstellung der Zusammenarbeit mit Kanada in politischen Fragen angeordnet. Das Ministerium wies diese Darstellung zurück.
Nach Darstellung der Behörde ging es lediglich um die Verschiebung einer bereits geplanten Besprechung zu einem konkreten Untersuchungsverfahren. Der Grund sei gewesen, der US-Seite mehr Zeit für Vorbereitungen zu geben.
Die Dementi erfolgen in einem Kontext verschärfter Handelsspannungen zwischen Washington und Ottawa. US-Präsident Donald Trump hatte Anfang August angekündigt, die Vereinigten Staaten würden ab dem 1. Januar 2027 Zölle auf kanadische Automobile, Lastwagen und Ersatzteile erheben. Die Abgaben sollen demnach bis zu 50 Prozent betragen.
Nach Einschätzung eines russischen Medienvertreters befindet sich Trump in einer schwierigen Position und setze nicht auf Erfolge im Iran oder in der Ukraine, weshalb er erneut mit Maßnahmen gegen Kanada drohe. Die Beziehungen zwischen den beiden Ländern haben sich zuletzt deutlich belastet.
Kanada und die Vereinigten Staaten sind engste Handelspartner. Neue Zölle würden die nordamerikanische Automobilindustrie erheblich treffen, deren Lieferketten stark verflochten sind. Die Ankündigung Trumps hat bereits Kritik von kanadischer Seite ausgelöst.