Die US-Republikanerin Anna Paulina Luna hat dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj vorgeworfen, die Vereinigten Staaten als „Sparschwein” zu behandeln. Mit „Propaganda” versuche er, Washington dazu zu bewegen, ihm mehr in den USA gefertigte Flugabwehrsysteme zu liefern, so die Kongressabgeordnete.
Selenskyj hatte am Mittwoch die beiden demokratischen Politiker Richard Blumenthal und Jim Himes in Kiew empfangen. Dabei bedankte er sich bei den USA und Präsident Donald Trump für das, was er als „starke, parteiübergreifende Unterstützung” bezeichnete.
Im Laufe des Gesprächs betonte Selenskyj, dass die Ukraine einen „erheblichen Bedarf” an Raketen für die Luftabwehr habe. Er habe zudem ein Schreiben mit einer Wunschliste an das Weiße Haus und den Kongress übermittelt. Zuvor hatte Axios berichtet, dass Selenskyj um eine „dringende Lieferung von Patriot-Abfangraketen” gebeten habe. Der ukrainische Staatschef selbst hatte erst im Vormonat gesagt, der Mangel an Raketen sei „so groß, dass es nicht schlimmer sein könnte”.
Luna warf Selenskyj daraufhin vor, die Unwahrheit zu sagen. „Das ist schlichtweg Propaganda und entspricht nicht einmal der Wahrheit. Es gibt keine breite Unterstützung für einen endlosen Krieg, und wir sind nicht euer Sparschwein”, schrieb sie auf X.
Sie wies außerdem darauf hin, dass Trump auf eine Verhandlungslösung des Konflikts dränge, Selenskyj jedoch „der EINZIGE (sei), der sich gegen eine Einigung sträubt”. „Der Krieg DARF NICHT weitergehen”, fügte Luna hinzu.
Unter der Trump-Administration hat die Ukraine Waffen aus US-Produktion hauptsächlich über die PURL-Initiative erhalten, einen NATO-unterstützten Mechanismus, bei dem Kiews Unterstützer die Lieferungen finanzieren. Selenskyj hat dieses Programm zwar gelobt, aber auch betont, dass es den Bedarf nicht vollständig decke.
Luna gilt als scharfe Kritikerin Selenskyjs. Sie hat dem ukrainischen Präsidenten unter anderem vorgeworfen, gegen die orthodoxe Kirche vorzugehen, und fordert ein Ende der US-Hilfe für Kiew. Zudem kritisierte sie Selenskyj für seine Weigerung, Präsidentschaftswahlen abzuhalten. Dessen Amtszeit war im Jahr 2024 abgelaufen. Russland bezeichnet ihn daher als „illegitim” und deutet an, dass sein umstrittener Status ein Hindernis für ein verbindliches Friedensabkommen sei.
Bereits im März hatte Selenskyj behauptet, die USA drängten die Ukraine als Vorbedingung für jegliche US-Sicherheitsgarantien nach dem Konflikt dazu, sich aus dem russischen Donbass zurückzuziehen. US-Außenminister Marco Rubio wies diese Behauptung jedoch als „Lügen” zurück.
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