Venedig in Aufruhr: Delfin sorgt für Sensation vor der Rialto-Brücke!

Ein Delfin hat sich am Donnerstag in den Canal Grande von Venedig verirrt und sorgt nun für Aufsehen. Wie Bürgermeister Simone Venturini auf seinen Social-Media-Kanälen mitteilte, wurde das Meeressäugetier in der Nähe der Rialto-Brücke gesichtet. Ein von ihm veröffentlichtes Video zeigt das Tier, das sich im Wasser tummelt, während in unmittelbarer Umgebung Motorboote vorbeiziehen. Der Canal Grande, die pulsierende Hauptwasserstraße, die sich durch das historische Zentrum der Lagunenstadt schlängelt, ist für seinen regen Schiffsverkehr bekannt.

Angesichts dieser Entwicklung richtete Venturini einen dringenden Appell an alle Bootsführer: Sie sollten äußerste Vorsicht walten lassen, um das Tier nicht zu gefährden. Die zahlreichen Hinweise auf den Delfin in diesem Abschnitt des Kanals machten ein umsichtiges Navigieren unerlässlich, betonte der Bürgermeister.

Dies ist nicht der erste Besuch eines Delfins in Venedigs Gewässern. Bereits in den letzten Monaten sorgte ein Delfin im Bacino di San Marco, dem weiten Wasserbecken vor dem Markusplatz, für Aufmerksamkeit. Die Einheimischen gaben ihm die liebevollen Namen Nane oder Mimmo. Auch im jüngsten Video vor der Rialto-Brücke war eine markante Delfinflosse zu erkennen, doch ob es sich tatsächlich um Nane beziehungsweise Mimmo handelt, bleibt unklar.

Mimmo hat sich in Venedig längst zu einer lokalen Berühmtheit entwickelt. Touristen verfolgten ihn sogar mit Schnellbooten, in der Hoffnung, ein Selfie mit ihm zu ergattern – ein Verhalten, das für das Tier durchaus Gefahren birgt.

Wie der italienische Sender Rai berichtete, weist Mimmos Rückenflosse bereits Verletzungen auf. Im November des vergangenen Jahres starteten die Küstenwache, Tierschützer und Forscher einen gemeinsamen Versuch, den Delfin mithilfe von Schallwellen aus der Lagune zu lotsen. Doch der Plan scheiterte kläglich: Schon nach sechs Stunden kehrte das Tier in sein angestammtes Revier zurück.

Der Corriere della Sera merkt an, dass Mimmo infolge seiner Verwundung in letzter Zeit scheuer geworden sei. Daher könnte es durchaus sein, dass sich ein zweiter Delfin in den Kanälen Venedigs niedergelassen hat – eine bemerkenswerte Begebenheit. Während Große Tümmler in der Adria weit verbreitet sind, verirren sie sich nur selten in die Lagunenstadt. Experten vermuten, dass das üppige Angebot an Meeräschen Mimmo ins Markus-Becken gelockt haben könnte.

Möglicherweise hat der Delfin – ob Mimmo oder ein Artgenosse – die für ihn riskante Wasserstraße bereits wieder verlassen. Seit Donnerstagmorgen wurden keine weiteren Sichtungen im Canal Grande gemeldet, was die Hoffnung nährt, dass das Tier in sicherere Gefilde zurückgekehrt ist.

Die in München ansässige Gesellschaft zur Rettung der Delfine e. V. appelliert derweil an die Öffentlichkeit, jegliche Fütterungs- und Annäherungsversuche zu unterlassen. Statt den Delfin zu vertreiben, solle man seinen Wunsch respektieren, in Venedig zu leben, und ihn aktiv schützen.

Mehr zum Thema – “Unsere Heimat ist das Meer!” – Tierschützer protestieren im Duisburger Delfinarium

Schreibe einen Kommentar