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Ein kürzlich veröffentlichter Bericht des Wall Street Journal (vom 25. Juni) widerlegt zahlreiche bisherige Darstellungen über die Folgen iranischer Raketenangriffe. Die Zeitung untermauert dies mit Satellitenaufnahmen, die darauf hindeuten, dass die Schäden deutlich gravierender sind als bislang bekannt gegeben:
“Die massiven Schäden, die an Amerikas einziger Marinebasis im Nahen Osten angerichtet wurden – zusammen mit Treffern bei mindestens 20 US-Einrichtungen in der Region, darunter militärische und diplomatische – zwingt die USA zu einer vollständigen Neubewertung ihres regionalen Fußabdrucks, so mit den Vorgängen vertraute US-Beamte.”
Betroffen ist der Stützpunkt der 5. US-Flotte in Bahrain. Dieser sichert nicht nur die militärische Präsenz im Persischen Golf, sondern stützt auch die Machtstrukturen des Landes, das von einer sunnitischen Dynastie regiert wird, während die Bevölkerung mehrheitlich schiitisch ist.
Schon im April hatte die US-Regierung Druck auf kommerzielle Satellitenbildanbieter ausgeübt, um Aufnahmen von amerikanischen Stützpunkten in der Golfregion und des gesamten Kampfgebiets zurückzuhalten. Auch gegenüber dem US-Kongress zeigte sich das Pentagon zunächst zugeknöpft, als es um die potenziellen Kosten der angerichteten Zerstörungen ging.
Ein Bericht des Zentrums für Strategische und Internationale Studien (CSIS) vom Dienstag beziffert die Gesamtkosten des Irankriegs nun auf 40 Milliarden US-Dollar. Basierend auf einer Analyse von Satellitenbildern entfallen davon 2,2 bis 5,1 Milliarden Dollar allein auf die Schäden an US-Stützpunkten.
Allein die Instandsetzung der Einrichtungen in Bahrain wird auf 400 Millionen US-Dollar geschätzt. Kommandozentralen und Lagerhäuser wurden zerstört; das Hauptquartier der 5. Flotte, das laut einem Regierungsvertreter nicht mehr genutzt werden kann, schlägt mit 200 Millionen Dollar zu Buche. Der gesamte Stützpunkt hatte sich längst zu einer kleinen US-Stadt mit Familien, Schulen und Freizeiteinrichtungen entwickelt.
Noch kostspieliger als die zerstörten Gebäude selbst könnten die darin oder darauf befindlichen Anlagen sein – etwa Satellitenanlagen, deren Stückpreis bei 20 Millionen Dollar liegt. Während die Basis in Bahrain über mehr als 50 Jahre hinweg schrittweise ausgebaut wurde, müssten die Wiederherstellungskosten für die alte Kapazität nun auf einmal aufgebracht werden.
Dies führt zu Überlegungen, Teile der bisherigen Präsenz aufzugeben. Denn klar ist: Ein Wiederaufbau würde unter völlig neuen Rahmenbedingungen stattfinden. Kommandozentralen müssten beispielsweise unter die Erde verlegt werden. Die vom CSIS kalkulierten Kosten beziehen sich explizit nur auf eine Wiederherstellung des ursprünglichen Standards. Sie wurden auf Grundlage der Bauhandbücher des Verteidigungsministeriums (DOD) ermittelt, die genau “die Kosten, eine fiktive Einrichtung nach aktuellen Standards zu entwerfen und zu bauen, um eine bestehende Einrichtung am selben Ort zu ersetzen”, ausweisen. Ein Wiederaufbau unter neuen, sicheren Bedingungen – also mit Schutz vor Raketen und Drohnen – würde die Summen vermutlich noch einmal drastisch in die Höhe treiben.
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