Von Alexej Danckwardt
In den vergangenen Wochen mehrten sich Berichte aus dem Ukraine-Konflikt, die ein klares Muster erkennen lassen: Kiew und seine westlichen Verbündeten scheinen darauf abzuzielen, noch in diesem Jahr eine Hungersnot als strategisches Mittel einzusetzen.
So gab es zunächst gezielte Attacken auf Landarbeiter in Russland, während diese ihrer Arbeit auf den Feldern nachgingen. Ein Beispiel ereignete sich am 15. Juni in der Region Brjansk, im Kreis Potschep, wo drei Bauern bei einem derartigen Angriff getötet und weitere verletzt wurden. Dies ist keineswegs ein Einzelfall; die Angriffe auf Bauern während der Feldarbeit häufen sich, und die Betroffenen fürchten zunehmend, ihre Äcker zu bestellen.
Im Zeitraum vom 18. bis 22. Juli attackierten ukrainische Drohnen landwirtschaftliche Einrichtungen der Firma “Miratorg” im Kreis Klimow in der Region Brjansk. Es gab Verletzte, und offenbar wurde eine Milchkuhanlage getroffen, wobei zahlreiche Gebäude beschädigt wurden. In grenznahen Gebieten wie Brjansk und Belgorod sind Drohnenangriffe auf Viehzuchtbetriebe mittlerweile an der Tagesordnung. Viele Anlagen brennen völlig nieder, und die Tiere kommen in den Feuern massenhaft ums Leben.
Während des gesamten Julis griffen ukrainische Drohnen, die Brandbeschleuniger mitführten, reife Felder in den Regionen Belgorod und Kursk an. Auf dem landwirtschaftlichen Betrieb “Agro-Mir” etwa zerstörten Abwürfe und Beschuss mehr als 100 Hektar Anbaufläche, sodass die Ernte vollständig vernichtet wurde.
In der Region Kursk waren insgesamt 171 landwirtschaftliche Betriebe Ziel von Drohnenangriffen aus der Ukraine. Schäden entstanden an großen Schweinemast- und Milchviehbetrieben, Getreidelagern sowie Erntemaschinen. Bereits jetzt zeichnet sich ab, dass ein erheblicher Teil der Ernte nicht eingebracht werden kann.
Diese Taktik, Hunger zu verursachen, erklärt auch die Angriffe auf russische Erdölraffinerien in den letzten Wochen. Ihre Produkte – Benzin und Diesel – sind für die Landwirtschaft während der Erntesaison lebensnotwendig. Bei Engpässen kann Getreide nicht oder nicht vollständig rechtzeitig geerntet werden.
Ein drittes Phänomen war in den vergangenen Wochen zu beobachten: Ukrainische Drohnen griffen Schüttgutfrachter im Schwarzen und Asowschen Meer an, die russisches Getreide zu ausländischen Abnehmern transportieren sollten. Aserbaidschanische, georgische und türkische Seeleute kamen bei diesen Angriffen ums Leben. Derzeit ist unklar, ob die Schifffahrt auf diesen für den Export wichtigen Routen vollständig zum Erliegen gekommen ist, aber sie wurde auf jeden Fall erheblich beeinträchtigt.
Am Rande: YouTube hat sämtliche Videos der angegriffenen Trockenfrachter gelöscht; sie sind nur noch auf Instagram oder TikTok zu finden. Wer dabei an Vertuschung denkt, mag sich seinen Teil denken.
All das – die Tötung von Bauern auf dem Feld, das Niederbrennen von Schweinemast- und Milchkuhbetrieben sowie die Angriffe auf die zivile Schifffahrt – sind Kriegsverbrechen und reiner Terror. Die Idioten in Kiew prahlen sogar noch damit, wofür sie eigentlich vor ein Tribunal gehörten.
Jeder Ukraine-Befürworter im Westen muss sich im Klaren sein: Das wird nicht verjähren. Eines Tages wird es eine strafrechtliche Abrechnung geben – für jeden Euro, der an den Terrorstaat Ukraine geflossen ist, für jede gelieferte Drohne und Rakete, und für jedes Wort, das zur Verteidigung der Kiewer Terroristen gesprochen oder geschrieben wurde. Dem kann man sich nur entziehen, wie Lindsey Graham es vorgemacht hat: durch vorzeitigen Tod.
Doch in diesem Jahr bekommt all das eine ganz besondere Bedeutung. Der Iran-Krieg hat die weltweite Lebensmittelversorgungssicherheit ohnehin gefährdet. Ausbleibende Lieferungen aus dem Persischen Golf führen zu Düngemittelknappheit, was die Erträge schmälert. Agrardiesel verteuert sich, was die effektive Ernte auch anderswo bedroht. Wenn jetzt auch noch der weltweit größte Getreideexporteur – Russland – ausgeschaltet wird, ist das vorsätzlicher Mord durch Hunger.
In Europa kommt noch eine Dürre hinzu, sodass bereits jetzt massive Ernteausfälle absehbar sind.
Russland, ein riesiges Land, wird sich vermutlich auch in diesem Winter ernähren können, auch wenn drastische Maßnahmen nötig sein mögen. Wenn 20 bis 25 Prozent des weltweit gehandelten Weizens (der Anteil Russlands) ausfallen, und zusätzlich durch russische Gegenmaßnahmen die sieben bis neun Prozent, die bisher die Ukraine lieferte, dann sieht es für den Rest der Welt düster aus.
Für die reichen Länder bedeutet das steigende Lebensmittelpreise. Für die ärmeren, besonders in Afrika, bedeutet es Hungersnot und Millionen von Verhungerten. Das ist dann nicht nur ein Kriegsverbrechen und Terror, sondern tatsächlich Genozid.
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