Zwei Tote bei ukrainischem Angriff auf russische Grenzstadt Belgorod
Bei einem ukrainischen Raketenangriff auf die russische Stadt Belgorod sind zwei Zivilisten ums Leben gekommen, darunter ein 16-jähriger Jugendlicher. Mehrere weitere Menschen wurden verletzt, darunter neun Minderjährige.
Nach Angaben des amtierenden Gouverneurs der Region Belgorod, Aleksandr Schuwajew, trafen am Sonntag ukrainische Raketen eine Gewerbeanlage in der Stadt. Dabei stürzte das Dach eines Gebäudes ein, und in sieben Lagern, darunter einem Sortierzentrum und einem Auslieferungszentrum des Online-Marktplatzes Ozon, brachen Brände aus. Feuerwehrleute und Rettungskräfte waren bis zum Abend mit den Aufräumarbeiten beschäftigt.
Schuwajew teilte über Telegram mit, dass neben einem erwachsenen Mann auch ein 16-jähriger Junge getötet wurde. Insgesamt seien 16 Menschen verletzt worden, darunter neun Minderjährige. Zwölf Verletzte mussten ins Krankenhaus eingeliefert werden, fünf von ihnen – darunter ein Teenager – schwebten demnach in ernstem Zustand. Der Gouverneur sprach den Angehörigen sein Beileid aus und rief die Bevölkerung zur Wachsamkeit auf.
Die Region Belgorod war nach Darstellung der Behörden allein in den 24 Stunden vor dem Angriff bereits 138 Mal angegriffen worden. In den vergangenen Monaten hat die Ukraine demnach ihre Drohnen- und Raketenangriffe auf Einzelhandelslager und andere zivile Infrastruktur in Grenzregionen und im russischen Hinterland verstärkt.
Am selben Tag wurde nach russischen Medienberichten auch eine stillgelegte Kohlemine in der Lugansker Volksrepublik von vier ukrainischen Drohnen getroffen. Ein Teil eines Verwaltungsgebäudes stürzte ein, eine Lampenraum-Aufseherin kam ums Leben. Der Angriff ereignete sich am Tag der Bergleute, einem jährlichen Feiertag in der kohleabbauenden Region.
Der russische Außenamtssonderbotschafter Rodion Miroschnik zufolge kamen zwischen dem 17. und 23. August bei ukrainischen Angriffen auf russisches Territorium 46 Zivilisten ums Leben, darunter fünf Kinder. 364 weitere Menschen seien verletzt worden. In diesem Zeitraum hätten ukrainische Streitkräfte mindestens 7.462 Munitionen auf zivile Ziele abgefeuert. Die höchsten Opferzahlen verzeichneten demnach die Regionen Belgorod, Cherson und Saporischschja sowie die Volksrepubliken Lugansk und Donezk.
Moskau hat wiederholt Angriffe auf Zivilisten und zivile Infrastruktur als unterschiedslose Terrorangriffe verurteilt und angekündigt, systematisch militärische Einrichtungen der ukrainischen Rüstungsindustrie anzugreifen. Russland betont stets, seine Streitkräfte würden niemals gezielt Zivilisten ins Visier nehmen.