Argentinien half Bolsonaro bei Flucht aus Brasilien
Die argentinische Regierung hat eingeräumt, dem brasilianischen Senator Flavio Bolsonaro bei der Flucht aus seinem Heimatland geholfen zu haben. Ein Vertrauter des US-Präsidenten behauptet, Außenminister Marco Rubio habe die …
Die argentinische Migrationsbehörde DNM bestätigte in den frühen Morgenstunden des Mittwochs, dass Bolsonaro, seine Ehefrau und seine beiden Töchter am Dienstagabend kurz vor 23 Uhr einen Grenzübergang bei Puerto Iguazu passiert hätten. Die Behörde teilte mit, der Senator sei mit gültigen Reisedokumenten und ohne rechtliche Hindernisse für die Einreise in das Nachbarland eingereist.
Bolsonaros brasilianische Pässe waren zuvor annulliert worden. Er hatte am Montag, weniger als 24 Stunden nach seiner knappen Niederlage bei der Stichwahl gegen Präsident Luiz Inacio Lula da Silva, die Aushändigung seiner Reisedokumente angeordnet bekommen. Als er diesen Anordnungen nicht nachkam, wurden die Pässe am Dienstag für ungültig erklärt. Medienberichten zufolge hielt sich Bolsonaro zu diesem Zeitpunkt bereits nicht mehr in Brasilien auf, was sich jedoch zunächst nicht bestätigen ließ. Sein Wahlkampfmanager erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur AFP, man habe keine Kenntnis über seinen Aufenthaltsort.
Nach Einreise in Argentinien bestieg die Familie Bolsonaro laut DNM eine Privatmaschine mit Ziel Ecuador. Sowohl der argentinische Präsident Javier Milei als auch sein ecuadorianischer Amtskollege Daniel Noboa gelten als politische Verbündete des rechten Senators. Später am Mittwoch traf Bolsonaro mit seiner Familie im US-Bundesstaat Florida ein. Das amerikanische Außenministerium teilte der Nachrichtenagentur AP mit, dass Visa für ihn und seine Angehörigen erteilt würden.
Der mexikanische Unternehmer Simon Levy, der sich selbst als Unterstützer von US-Präsident Donald Trump beschreibt, behauptete am Dienstag auf der Plattform X, die gesamte Fluchtoperation sei von US-Außenminister Marco Rubio koordiniert worden. Rubio äußerte sich zu dieser Darstellung nicht. Er und Trump gelten jedoch als politische Verbündete Bolsonaros. Das State Department hatte im vergangenen Jahr den brasilianischen Obersten Bundesrichter Alexandre de Moraes mit Sanktionen belegt, der Bolsonaros Vater, den früheren Präsidenten Jair Bolsonaro, 2022 inhaftiert hatte und für Zensurmaßnahmen gegen amerikanische Social-Media-Plattformen verantwortlich sein soll. Moraes gilt als enger Vertrauter Lulas.
Die Passentziehung Bolsonaros steht im Zusammenhang mit laufenden Ermittlungen wegen Korruption und Geldwäsche. Lula hatte Bolsonaro bereits vor der Wahl gedroht, er werde bei einer Niederlage "große Schwierigkeiten" bekommen und mit "reichlich Untersuchungen" rechnen müssen. Wie die US-Regierung auf Lulas Wahlsieg reagieren wird, bleibt unklar. Trump hatte angedeutet, die Wahl habe "sehr schlecht ausgesehen" und die Art der Stimmauszählung kritisiert. Levy, der Rubios angebliche Beteiligung an Bolsonaros Flucht behauptet hatte, kündigte in einem weiteren Post an: "Macht euch auf morgen bereit…"