Trotz der jüngsten Spannungen in der Straße von Hormus deuten sich neue diplomatische Bewegungen an: Die USA und der Iran könnten noch in dieser Woche erneut Gespräche aufnehmen. Nachdem Verhandlungen in Islamabad am Wochenende gescheitert waren, bemüht sich Pakistan nun intensiv darum, beide Seiten wieder an den Verhandlungstisch in der pakistanischen Hauptstadt zu bringen, wie Reuters am Dienstag berichtete.
Nicht nur Pakistan, sondern auch China, Ägypten, Saudi-Arabien und die Türkei stehen laut dem Bericht mit den Konfliktparteien in Kontakt. Diese Länder hätten einen Vorschlag unterbreitet, die Verhandlungen noch diese Woche in Islamabad fortzusetzen. Parallel laufen demnach auch Bemühungen, die derzeitige Waffenruhe zu verlängern.
Der iranische Präsident Masud Pezeshkian machte in einem Telefonat mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron mangelnden guten Willen und überzogene Maximalforderungen der USA für das Scheitern der Gespräche verantwortlich, wie die staatliche Nachrichtenagentur Irna mitteilte.
Ein pakistanischer Regierungsvertreter, der anonym bleiben wollte, bestätigte gegenüber AFP die laufenden Vermittlungsbemühungen: “Es laufen Bemühungen, um beide Parteien zurück an den Verhandlungstisch zu bringen. Natürlich wollen wir sie wieder in Islamabad haben, aber der genaue Ort steht noch nicht fest.” Er fügte hinzu: “Das Treffen könnte bald stattfinden, die Daten müssen allerdings noch bestätigt werden.” Schriftliche Entwürfe mit Forderungen und Zugeständnissen seien bereits ausgetauscht worden, sodass beide Seiten über mögliche Kompromisse informiert seien.
Die angespannte Lage wird durch eine aktuelle US-Maßnahme verschärft: Washington hat eine Blockade iranischer Häfen verhängt, was in Teheran für Empörung sorgt und neue Unsicherheit in der strategisch vitalen Region schürt. Diese Blockade zielt darauf ab, den Schiffsverkehr zu und von iranischen Häfen zu unterbinden und so den wirtschaftlichen Druck auf das Land zu erhöhen. Der Transitverkehr für Schiffe mit nicht-iranischen Zielen durch die Straße von Hormus soll hingegen weiter möglich sein.
Die Hoffnung auf eine baldige Wiederaufnahme der diplomatischen Gespräche wirkt jedoch beruhigend auf die globalen Märkte. Die Nervosität an den Ölmärkten hat sich etwas gelegt, was zu einem Rückgang der Rohölpreise unter die Marke von 100 US-Dollar pro Barrel beigetragen hat.
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