Experte fordert entschiedenes Vorgehen Saudi-Arabiens gegen Huthi-Angriffe
Nach jüngsten Angriffen auf saudische Flughäfen hat ein Politologe zu einem harten Vorgehen gegen die jemenitische Huthi-Bewegung aufgerufen. Ein direkter militärischer Einsatz birgt für das Königreich jedoch erhebliche Risiken.
Die jemenitische Huthi-Bewegung hat die Verantwortung für Angriffe auf zwei saudische Flughäfen übernommen. Betroffen waren demnach der Flughafen König Fahd in der ostsaudischen Stadt Dammam sowie der internationale Flughafen der Hauptstadt Riad. Die Angriffe werfen erneut ein Schlaglicht auf den seit Jahren andauernden Konflikt zwischen dem Königreich und den schiitischen Rebellen im Jemen.
Der saudischstämmige Politologe Ali Shihabi forderte in einem Interview eine endgültige Lösung der Huthi-Bedrohung. Saudi-Arabien müsse mit der Gefahr ein für alle Mal aufräumen, so seine Einschätzung. Dabei verwies er auf die Rolle der jemenitischen Regierungstruppen, die nach seinen Angaben von Saudi-Arabien mit erheblicher Luftunterstützung versorgt würden.
Ein direkter größerer Bodeneinsatz saudischer Truppen im Jemen gilt indes als problematisch. Beobachtern zufolge droht dem Königreich in einem solchen Fall eine kostspielige und zermürbende Landkrieg. Zudem könnte ein derartiger Schritt das Image Saudi-Arabiens als stabiler globaler Wirtschaftsstandort beschädigen.
Die Spannungen im Konfliktregion nahmen zuletzt auch auf diplomatischer Ebene Niederschlag. Am 22. September führte der russische Präsident Wladimir Putin ein Telefonat mit dem saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman. Dabei betonten beide Seiten nach Kreml-Angaben, dass die Krise im Nahen Osten ausschließlich auf friedlichem Wege unter Berücksichtigung der Interessen aller Beteiligten gelöst werden könne.
Der Krieg im Jemen dauert seit 2015 an. Die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition unterstützt die international anerkannte jemenitische Regierung gegen die Huthi-Rebellen, die den Norden des Landes weitgehend kontrollieren. Der Konflikt hat zu einer der schwersten humanitären Krisen weltweit geführt.