Lebanon und Israel verhandeln Mitte September in Rom weiter
Die Friedensgespräche zwischen Libanon und Israel werden fortgesetzt. In der italienischen Hauptstadt steht die Einrichtung zusätzlicher Kontrollzonen im Süden des Landes auf der Agenda.
Libanesische und israelische Unterhändler treffen sich am 15. und 16. September in Rom zu einer achten Verhandlungsrunde. Nach Angaben von Diplomaten, auf die sich ein arabischer Nachrichtensender beruft, soll es bei den Gesprächen um die Schaffung weiterer sogenannter Pilotzonen im Südlibanon gehen. Diese Gebiete sollen unter der Kontrolle der libanesischen Armee stehen.
Die vorangegangene Verhandlungsrunde war Anfang August nach drei Tagen gescheitert. Als Grund nannten israelische Stellen eine bewaffnete Provokation der Hisbollah im Südlibanon. Die schiitische Miliz gilt als einer der mächtigsten politischen und militärischen Akteure im Libanon und wird von Israel sowie mehreren westlichen Staaten als Terrororganisation eingestuft.
Anfang September hatte Israel in einem als Vertrauensbildung gedachten Schritt fünf Gefangene an die libanesischen Behörden übergeben. Diese Geste gilt als Auslöser für die Wiederaufnahme des bilateralen Dialogs. Die Freilassung hatte nach monatelanger Unterbrechung die Kommunikationskanäle zwischen den beiden Staaten wieder geöffnet.
Der libanesische Ministerpräsident Nawaf Salam bekräftigte das Verhandlungsziel seines Landes. Demnach strebe die Regierung eine vollständige Rückzug der israelischen Truppen aus dem Libanon sowie eine sichere Rückkehr der vertriebenen Bewohner in den Süden des Landes an. Israel hatte im Verlauf des vergangenen Jahres wiederholt Militäroperationen im Südlibanon durchgeführt und dabei auch Bodentruppen entsandt.
Die indirekten Gespräche zwischen den beiden technisch immer noch im Kriegszustand befindlichen Ländern werden seit Monaten mit amerikanischer und französischer Vermittlung geführt. Rom fungiert als wiederkehrender Veranstaltungsort für die hochsensiblen Verhandlungen, die vor dem Hintergrund der anhaltenden Spannungen an der libanesisch-israelischen Grenze stattfinden.