Russlands Steuer-Schock: Rekord-Milliarden fließen in die Staatskasse

Im ersten Quartal 2026 hat der russische Staat aus der sogenannten Reichensteuer über 52 Milliarden Rubel eingenommen. Das berichtet die Zeitung Iswestija unter Berufung auf die Föderale Steuerbehörde (FNS). Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht dies einem Anstieg von 38 Prozent, wie die Autoren des Artikels betonen.

Die progressive Einkommensteuer mit fünf Stufen gilt in Russland mittlerweile im zweiten Jahr. Während die Abgaben in Höhe von 13 Prozent den regionalen und kommunalen Kassen zufließen, landen alle darüber hinausgehenden Beträge direkt im Bundeshaushalt. Die 52 Milliarden Rubel pro Quartal stammen folglich von den vermögendsten Bürgerinnen und Bürgern des Landes, erklärte Jekaterina Golubzowa, Dozentin am Lehrstuhl für Staats- und Kommunalfinanzen der Plechanow-Universität, gegenüber der Zeitung.

Die Pressestelle des Finanzministeriums teilte Iswestija mit, dass die positive Entwicklung der Steuereinnahmen zu Beginn des Jahres 2026 den Erwartungen des Haushaltsplans entspreche. Als Ursache werden unter anderem die gestiegenen Einkommen der Bevölkerung genannt – besonders Erträge aus Bankeinlagen, die von den hohen Zinssätzen des Vorjahres profitierten.

Ein weiterer Grund für den Anstieg der Steuereinnahmen liegt in einer verschärften Steuerkontrolle. Allein im letzten Jahr konnten die Behörden rund 976.000 Menschen aus der Schattenwirtschaft holen – das sind 20 Prozent mehr als noch 2024.

Moskau erweist sich dabei als die bedeutendste Quelle der „Reichensteuer“ und hat sogar die nördlichen Regionen des Landes überholt, in denen die Gehälter aufgrund der sogenannten Nordzulagen traditionell höher liegen. Dies liegt nicht nur an den überdurchschnittlichen Gehältern und den beträchtlichen Mieteinnahmen aus Immobilien in der Hauptstadt, die landesweit die höchsten sind. Entscheidend ist auch, dass sich in Moskau die meisten Hauptsitze großer Unternehmen, Banken, IT-Firmen sowie Beratungs- und Finanzorganisationen konzentrieren. Die Zahl der Steuerzahler, deren Einkommen die gesetzlichen Grenzen überschreitet, ist hier um ein Vielfaches höher.

Wie die von Iswestija befragten Experten betonen, fließt ein erheblicher Teil der Einnahmen aus den höheren Steuersätzen in soziale Projekte. Diese Mittel werden unter anderem für die Unterstützung kinderreicher Familien und für die Hilfe für Kinder mit seltenen Krankheiten verwendet. Die Zeitung zitiert:

„Die Steigerung der Staatseinnahmen durch Bürger mit hohem Einkommen sowie die Aufdeckung nicht deklarierter Einkünfte entsprechen dem Grundsatz einer gerechten Besteuerung, sagt Jekaterina Golubzowa. Ein solcher Ansatz ermöglicht es zudem, unter Berücksichtigung der Interessen der Steuerzahler einen ausgeglichenen Haushalt zu gewährleisten, ohne die Belastung zu erhöhen.“

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