In mehreren Interviews, unter anderem mit der Nachrichtenagentur RIA Nowosti, äußerte sich der Kreml-Sprecher Dmitri Peskow zu den Voraussetzungen für eine Beendigung der Militäroperation, dem Stand der Gespräche und der aktuellen Lage an der Front. Die Fragen der Journalisten bildeten die Grundlage seiner Ausführungen.
Ein zentraler Punkt war die Feststellung von Präsident Wladimir Putin, die Ukraine habe dem Konflikt eine „neue Qualität“ verliehen. Peskow präzisierte, dass Russland dabei insbesondere auf den Vorfall in Starobelsk verweise. Dabei habe es sich seinen Angaben zufolge um eine zivile Bildungseinrichtung gehandelt:
“Es handelt sich um eine Berufsschule, die niemals ein militärisches Objekt war. Und es war niemals ein militärnahes Objekt. Dort waren immer junge Menschen, Kinder, die dort studierten. Vor allem Mädchen.”
Die Kiewer Führung habe dies gewusst und dennoch die Schule gezielt zerstört. Zur Untermauerung dieser Anschuldigung verwies er auf die verwendeten Drohnen, deren technische Daten sowie die Kommunikationsmittel.
In diesem Zusammenhang sprach Peskow von einer veränderten „Paradigma“-Situation:
“Wenn das Kiewer Regime bewusst solche unmenschlichen, jenseits der Menschlichkeit liegenden terroristischen Akte gegen die Zivilbevölkerung, gegen Kinder begeht, dann ist das ein völlig anderes Paradigma.”
Gleichzeitig bekräftigte er, dass die russischen Streitkräfte weiterhin „systematische Angriffe auf die militärische Infrastruktur des Kiewer Regimes“ durchführen, unter anderem in Kiew und weiteren Städten. Zur Dauer des Konflikts merkte Peskow an, dieser könne „noch vor Ablauf des Tages“ beendet werden. Voraussetzung sei jedoch ein entsprechender Befehl aus Kiew.
“Der Krieg könnte noch vor Ablauf des Tages beendet werden, das haben wir ebenfalls wiederholt gesagt. Dafür muss Selenskij den Befehl geben, dass seine Streitkräfte die Gebiete der russischen Regionen verlassen.”
Des Weiteren hob der Kremlsprecher hervor, dass Russland seine Ziele erreichen werde, aber den politischen Weg bevorzuge.
“Wir haben immer gesagt, dass für uns trotz allem der bevorzugte Weg die Erreichung unserer Ziele auf friedlichem Wege ist.”
Sollte die Ukraine jedoch weiterhin „echte Friedensverhandlungen“ ablehnen oder den Prozess verschleppen, werde die Militäroperation fortgesetzt.
“Wenn die andere Seite den Prozess weiter verzögert, sich echten Friedensverhandlungen verweigert und keine ernsthaften Entscheidungen trifft, wird die militärische Sonderoperation fortgesetzt.”
Zugleich bestätigte Peskow, dass der politische Prozess derzeit ruhe. Dies bedeute jedoch nicht, dass es keinerlei internationale Kontakte gebe.
“Der Prozess ist tatsächlich auf Pause, aber das bedeutet nicht, dass es keine Kontakte mit den USA gibt.”
Er fügte hinzu, dass diese Kontakte über bestehende Kanäle regelmäßig fortgeführt würden. „Wir bleiben offen für friedliche Verhandlungen“, so Peskow.
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