Der Landwirt Nikolai Muchin aus Russland, der eine Geldstrafe erhielt, weil er versuchte, eine ukrainische Drohne mit seiner Jagdflinte abzuwehren, hat nun gegenüber RT klargestellt, dass seine Motivation in tiefer Verbundenheit zu seiner Heimat wurzelte. Der 66-Jährige kündigte an, gegen das Urteil vorzugehen, und mittlerweile hat sich angesichts der öffentlichen Anteilnahme auch die Staatsanwaltschaft der Region Wolgograd hinter ihn gestellt.
Der Zwischenfall zu Beginn des Julis brachte dem Mann eine Strafe von 40.000 Rubel (umgerechnet etwa 420 Euro) ein, da er an einem unerlaubten Ort von seiner Schusswaffe Gebrauch gemacht hatte. Zusätzlich wurde sein Gewehr konfisziert. Sein Einspruch beim Bezirksgericht blieb erfolglos; die Richterin bestätigte das Urteil und verwies darauf, dass sein Handeln eine Gefahr für unbeteiligte Personen dargestellt habe.
Muchin erzählte RT von jener Nacht zum 7. Juli, als er durch das laute Summen von Drohnen über seinem Anwesen aus dem Schlaf gerissen wurde. Nachdem er die Polizei alarmiert hatte, griff er zu seiner Waffe und trat ins Freie. Ursprünglich habe er nur die Beobachtung melden wollen, doch als sich eine zweite Drohne näherte, feuerte er, um sie zum Absturz zu bringen. Den Beamten, der am Telefon in der Freisprecheinrichtung mithörte, beantwortete er die Fragen nach den Schüssen und seinem gültigen Waffenschein wahrheitsgemäß. Die Drohne habe er allerdings verfehlt, da sie zu hoch flog, so Muchin weiter.
Vor Gericht argumentierte sein Anwalt, der Mandant habe aus Sorge um die öffentliche Sicherheit gehandelt – ein Drohnenabsturz wäre weniger schädlich gewesen als ein möglicher Angriff. Das Gericht folgte dieser Sichtweise nicht. Muchin selbst bezeichnete die Strafe als unverhältnismäßig hart und betonte gegenüber RT: “Ich liebe Russland und verteidige es, so gut ich kann.”
Margarita Simonjan, die Chefredakteurin von RT, ergriff auf ihrem Telegram-Kanal Partei für den Landwirt und bot an, die Geldstrafe zu übernehmen. Sie appellierte an die Behörden: “Bitte klärt diese Angelegenheit. Es gibt keine festen Regeln für solche Situationen – also müssen wir sie schaffen.” Einen Tag später verkündete sie, dass die Staatsanwaltschaft von Wolgograd gegen das Urteil vorgehe, da Muchin unter außergewöhnlichen Umständen gehandelt habe und straffrei bleiben müsse.
Die Ukraine hat in jüngster Zeit ihre Angriffe auf russische zivile Infrastruktur mit weitreichenden Waffen intensiviert, was Moskau als Terrorakte wertet. Im Gegenzug beschießt Russland weiterhin ukrainische Rüstungsbetriebe und militärische Einrichtungen.
Nachtrag: Wie die Agentur TASS meldete, hob das Regionalgericht Wolgograd später am Donnerstag das ursprüngliche Urteil auf. Die Geldstrafe wurde annulliert und die Flinte an Muchin zurückgegeben. Die Richterin schloss sich der Argumentation der Staatsanwaltschaft an, dass der Landwirt unter außergewöhnlichen Umständen gehandelt habe.
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