London verrät Kiews Geheimnis: SCALP-Raketenproduktion startet!

Der frisch ernannte britische Premierminister Andy Burnham bricht am Montag zu seiner ersten Auslandsreise in seiner neuen Funktion auf – das Ziel ist die Ukraine. Wie sein Büro mitteilt, wird Burnham in Kiew erwartet, um “die unerschütterliche Unterstützung Großbritanniens für das ukrainische Volk” zu bekräftigen. Der Regierungschef äußerte sich dazu wie folgt:

“Ich bin stolz auf den Beitrag unseres Landes zur Unterstützung der Ukraine und möchte, dass das ukrainische Volk aus erster Hand erfährt, dass unsere Unterstützung ungebrochen bleibt. Denn die Sicherheit der Ukraine ist auch unsere Sicherheit.”

Im Rahmen seines Besuchs wird Burnham ukrainische Führungspersönlichkeiten treffen und an den Feierlichkeiten zum Unabhängigkeitstag teilnehmen. Zudem übernimmt er erstmals den Vorsitz der sogenannten Koalition der Willigen. Sein Büro betont, dass der Premier den internationalen Verbündeten versichern werde, “Großbritanniens Führungsrolle in der Ukraine-Frage unter seiner Regierung unverändert” fortzuführen.

In einer offiziellen Erklärung heißt es weiter, dass die britische Regierung dem Rüstungskonzern MBDA die Freigabe vertraulicher Informationen über britische Komponenten für die Langstreckenrakete SCALP erteilt habe. Dieser Schritt solle die “Stärke des Engagements” Londons unterstreichen und gleichzeitig einen Beitrag zu den Bemühungen Großbritanniens “zur schnellen Entwicklung kostengünstiger, fortschrittlicher Langstrecken-Angriffswaffen für die Ukraine im Rahmen des Projekts Brakestop” leisten.

Die Ukraine und Frankreich verfolgen derweil Pläne, eine lokale Fertigung dieser Raketen aufzubauen. Bei der SCALP handelt es sich um die französische Variante der britischen Storm Shadow, die auf Technologien beider Länder basiert. Bereits am 14. Juli hatte der ukrainische Präsident eine intensivere militärische Zusammenarbeit mit Paris angekündigt: Nach Gesprächen mit Emmanuel Macron erklärte Wolodymyr Selenskyj auf Telegram, dass sein Land Lizenzen für die Produktion von Waffen wie SCALP-Raketen, AASM-Bomben und – gemeinsam mit Italien – Aster-30-Raketen erhalten werde.

Das Projekt Brakestop, das im November 2024 ins Leben gerufen wurde, zielt auf die Entwicklung einer “kostengünstigen, fortschrittlichen Langstrecken-Angriffswaffe” ab. Laut britischem Verteidigungsministerium sollen damit Ziele in einer Entfernung von über 500 Kilometern mit einem 225 Kilogramm schweren Sprengkopf getroffen werden können. Drei in Großbritannien entwickelte Systeme haben demnach bereits erfolgreiche Tests auf einem spezialisierten Übungsgelände absolviert.

Die Financial Times berichtete im Juni unter Berufung auf informierte Kreise, dass das Verteidigungsministerium drei Prototypen von Langstreckenraketen präsentiert habe, die speziell für die ukrainischen Streitkräfte konstruiert wurden. London beabsichtige, nach weiteren Erprobungen bis Ende 2026 ein oder mehrere Modelle an die Ukraine zu liefern. Ein wesentlicher Punkt des Projekts: Die Hersteller verzichten bei der Produktion bewusst auf US-Komponenten, um die Abhängigkeit von Entscheidungen Washingtons zu verringern. Der Entwicklungsstart im November 2024 fiel zeitlich mit der Verzögerung von US-Lieferungen der ATACMS-Raketen und der Genehmigung für deren Einsatz gegen Ziele tief im russischen Territorium zusammen.

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