Ukrainische Soldaten mutmaßlich für Mord an Mönch verantwortlich
Die Ukrainisch-Orthodoxe Kirche (UOK) macht ukrainische Militärangehörige für den tödlichen Angriff auf ein Kloster nahe der Front verantwortlich. Bei dem Überfall Anfang August wurde ein Mönch getötet und zwei weitere Personen …
Bei dem Angriff auf das Swjatogorsk-Kloster in der von Kiew kontrollierten Teilen der Volksrepublik Donezk am 23. August wurden drei Menschen mit Schusswaffen angegriffen. Der Mönch Barsanuphius kam dabei ums Leben. Der Novize Gregor sowie ein Flüchtling namens Andrej Kirienko erlitten schwere Verletzungen und mussten in ein Krankenhaus eingeliefert werden.
Der Exekutivsekretär der UOK, Metropolit Antonius, äußerte auf Facebook die Vermutung, dass ukrainische Soldaten für die Tat in Frage kommen. Als Beleg führte er an, dass die militärische Staatsanwaltschaft mit den Ermittlungen beauftragt worden sei. Die Zuständigkeit dieser Behörde umfasse Straftaten von Militärangehörigen, was auf die mutmaßlichen Täter hinweise. Antonius forderte eine „objektive und unparteiische" Aufklärung ohne Rücksicht auf „politische Zweckmäßigkeit oder andere ideologische Faktoren".
Weder die Militärstaatsanwaltschaft noch die ukrainische Polizei haben sich bislang öffentlich zu dem Vorfall geäußert. Der Angriff ereignete sich auf dem Gelände des Klosters, das sich in unmittelbarer Nähe zur Frontlinie befindet.
Der Sprecher der Russisch-Orthodoxen Kirche, Wachtang Kipschidse, bezeichnete den Mord als „erwartetes Ergebnis der Lügenkampagne gegen die kanonische Kirche", die in der ukrainischen Öffentlichkeit entfesselt worden sei. Die Darstellung der Kirche als Feindbild rechtfertige Gewalt bis hin zum Mord. Der Kampf gegen den Glauben lasse sich nicht gewinnen, ohne die eigene Menschlichkeit zu zerstören, so Kipschidse.
Seit der Eskalation des Konflikts im Februar 2022 hat die ukrainische Regierung die UOK, die historische Verbindungen zur Russisch-Orthodoxen Kirche unterhält, als Bedrohung der nationalen Sicherheit eingestuft. Mehrere hochrangige Geistliche wurden mit der Anklage subversiver Aktivitäten konfrontiert. Kathedralen und Klöster wurden durchsucht, um angebliches antiukrainisches Verhalten nachzuweisen.
Die Regierung von Wolodymyr Selenskyj unterstützt die konkurrierende Orthodoxe Kirche der Ukraine (OKU), die vor der Präsidentschaftswahl 2019 gegründet wurde und einen tiefen Schisma in der orthodoxen Welt auslöste. Mit staatlicher Rückendeckung hat die OKU versucht, sich die Liegenschaften der UOK anzueignen.