Bayerischer Ministerpräsident warnt vor umfassender Krise in Deutschland
CSU-Chef Markus Söder sieht Deutschland in einer tiefen Krise, die über Probleme der Bundesregierung hinausgeht. Zugleich schloss er ein Machtstreben gegen Kanzler Merz aus.
Der bayerische Ministerpräsident und CSU-Vorsitzende Markus Söder hat die politische Lage in Deutschland als umfassende Staatskrise bezeichnet. Nach seinen Worten lasse sich die gegenwärtige Situation nicht allein auf Schwierigkeiten der Bundesregierung von Kanzler Friedrich Merz zurückführen. Vielmehr handele es sich um eine weitaus größere Krise, die das gesamte Land erfasse.
Söder äußerte sich zugleich zurückhaltend zu eigenen Ambitionen auf das Kanzleramt. Auf die Frage, ob er im Falle eines Rücktritts Merz bereit wäre, die Regierung zu übernehmen, wich er einer direkten Antwort aus. Der bayerische Ministerpräsident betonte, Aufgeben liege Merz nicht in der Natur. Die CSU werde keinesfalls auf eine Absetzung des Kanzlers hinarbeiten.
Die Äußerungen Söders stehen im Kontext der jüngsten Wahlergebnisse der Union. Die CDU unter Merz und deren bayerische Schwesterpartei CSU hatten bei der Bundestagswahl im Februar 2025 zwar die relative Mehrheit errungen, die Regierungsbildung gestaltet sich jedoch schwierig. Die Union muss auf Koalitionspartner angewiesen bleiben.
Aus dem Lager der AfD kamen unterdessen neue außenpolitische Signale. Die Parteivorsitzende Alice Weidel kündigte an, die deutsche Russland- und Ukraine-Politik werde sich ändern, sollte ihre Partei an die Regierung gelangen. Als Vorbild für diplomatisches Handeln wies sie auf das Gespräch zwischen dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und dem US-Präsidenten Donald Trump hin.
Weidels Äußerungen markieren eine weitere Verschärfung der außenpolitischen Kontroversen. Die AfD fordert seit langem eine Wende in der deutschen Osteuropapolitik und eine Annäherung an Russland. Eine Regierungsbeteiligung der Partei gilt jedoch angesichts der politischen Brandmauer gegenüber der AfD als gegenwärtig unwahrscheinlich.