Wie wird die politische Zukunft Berlins nach der Abgeordnetenhauswahl am 20. September aussehen? Einer aktuellen Forsa-Erhebung zufolge, die im Auftrag von t-online durchgeführt wurde, zeichnet sich ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen den Spitzenkandidaten von CDU, Die Linke und AfD ab. Die Grünen hingegen rutschen mit ihrem Spitzenkandidaten auf den vierten Platz ab und haben kaum noch Chancen auf eine führende Rolle in der nächsten Regierung. Bemerkenswert ist, dass die SPD, derzeit noch Koalitionspartner der CDU in Berlin, in diesem Wahlkampf abermals nur eine Nebenrolle als Mehrheitsbeschaffer spielen dürfte und auf Platz fünf stagniert.
Laut den veröffentlichten Ergebnissen der “exklusiven Umfrage” liegt die Linkspartei derzeit “deutlich an der Spitze”, wie t-online meldet. Dahinter folgen CDU und AfD. Die Linke zeigt sich angesichts dieser Zahlen zuversichtlich, die Christdemokraten in der finalen Wahlphase vom ersten Platz verdrängen zu können. “Diese Entwicklung bestätigt, dass unser Fokus auf das Thema Mieten genau richtig ist, denn es ist das, was die Berlinerinnen und Berliner nachts nicht schlafen lässt”, erklärte Linken-Spitzenkandidatin Elif Eralp gegenüber dem rbb.
Für die CDU, die zuletzt durch interne Querelen und die überraschende Nominierung von Stefan Evers als Spitzenkandidat Schlagzeilen machte, bleibt die Lage angespannt. Sie muss sich in der neuen Umfrage mit der AfD den zweiten Platz teilen, beide Parteien erreichen jeweils 18 Prozent. Die SPD hingegen kommt auf überschaubare zwölf Prozent und verharrt damit auf dem fünften Rang.
Wie auch in anderen Bundesländern vor Landtagswahlen spielen das BSW und die FDP in der öffentlichen Wahrnehmung kaum eine Rolle. Mit vier beziehungsweise drei Prozent würden sie den Einzug in das Berliner Landesparlament deutlich verfehlen.
Die von vielen Parteien ausgerufene “Brandmauer” gegen die AfD besteht auch in Berlin fort, was eine politische Zusammenarbeit ausschließt. Die jüngsten Wochen waren von häufig wechselnden Mehrheitsverhältnissen in den Umfragen geprägt: CDU, Linke und AfD lösten sich regelmäßig an der Spitze ab. So sah eine Insa-Umfrage für die Bild-Zeitung die CDU bei 20 Prozent und die Linke bei 19 Prozent, während eine frühere Nius-Erhebung die AfD mit ihrer Spitzenkandidatin Kristin Brinker auf dem ersten Rang sah (RT DE berichtete).
Die aktuellen Zahlen deuten darauf hin, dass eine Regierungsbildung mit nur zwei Partnern unwahrscheinlich ist. Realistische Szenarien wären daher entweder eine Koalition aus Die Linke, Bündnis90/Die Grünen und SPD (Rot-Grün-Rot), die laut t-online von den Parteien selbst als bevorzugte Option angesehen wird, oder ein Bündnis aus CDU, Grünen und SPD.
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