CDU-Landeschef Hagel fordert “disruptive Agendapolitik” nach Wahlschlappen
Nach den schweren Verlusten bei den Landtagswahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern drängt der baden-württembergische CDU-Vorsitzende Manuel Hagel auf grundlegende Reformen der Christdemokraten. Das Überleben der Partei als …
Der baden-württembergische CDU-Vorsitzende Manuel Hagel hat nach den enttäuschenden Wahlergebnissen seiner Partei in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern tiefgreifende Veränderungen gefordert. In Berlin sagte Hagel, es sei jetzt der Moment für eine "disruptive Agendapolitik der CDU, die unser Land spürbar verändert". Notwendig seien "tiefgreifende Reformen, die festgefahrene Strukturen aufbrechen und unser Land wieder handlungsfähig machen".
Hagel betonte, die CDU müsse dabei vorangehen und die SPD den Mut haben, Veränderungen mitzutragen. Für den Landesvorsitzenden gehe es inzwischen um mehr als einzelne Wahlergebnisse. Die Erosion des Parteiensystems bedrohe die Zukunft der Christdemokratie als gestaltende Kraft der Mitte, erklärte er. Deshalb lohne es sich, "für das Überleben der CDU zu kämpfen".
Besonders hart traf die CDU das Ergebnis in Mecklenburg-Vorpommern, wo sie an der Fünf-Prozent-Hürde scheiterte und den Einzug in den Landtag verpasste. Hagel kommentierte dies mit deutlichen Worten: "Das war keine Denkzettelwahl. Das war ein knallharter Rauswurf."
Die Schuld für die Wahlniederlagen allein bei anderen zu suchen, lehnte der CDU-Politiker ab. Vielmehr müsse die Partei selbst verstehen, weshalb ihr die Wähler den Rücken kehrten. Die Menschen müssten sich von der CDU nicht erklären lassen, warum sie falsch gewählt hätten, so Hagel. Stattdessen gelte: "Wir müssen verstehen, warum sie uns nicht mehr wählen."
Als Konsequenz fordert Hagel eine spürbare Veränderung der CDU bei Stil, Sprache und politischen Prioritäten. Seine Forderung lautet: "Weniger Selbstbeschäftigung. Mehr Taten. Mehr Klarheit. Mehr spürbare Entlastung – und ja, auch wieder mehr Gerechtigkeit und Empathie."
Zu der Debatte über die politische Zukunft von Bundeskanzler und CDU-Bundesvorsitzendem Friedrich Merz äußerte sich Hagel nicht.