Das Deutschlandticket, ein Renner bei Millionen von Berufspendlern, die täglich den öffentlichen Nahverkehr bundesweit nutzen, steht möglicherweise vor einer erneuten Preisanpassung. Für die rund 14 Millionen Abonnenten könnte das monatliche Abo bald teurer werden.
Wie die Tagesspiegel-Berichterstattung nahelegt, könnte der Preis bereits am kommenden Donnerstag neu festgelegt werden, wenn die Verkehrsminister der Länder zu einer eigens einberufenen Konferenz zusammenkommen. Offiziell geht es dort um die steigenden Trassenpreise im Regionalverkehr. Jedoch dürfte auch die Zukunft des Deutschlandtickets auf der Tagesordnung stehen, denn bis zum 30. September muss der neue Preis verbindlich geklärt sein.
Nach Informationen der Tagesspiegel-Redaktion konnten sich die Akteure des Nah- und Regionalverkehrs mit ihren Forderungen weitgehend durchsetzen. Die Kalkulation des zukünftigen Abo-Preises fußt auf der jüngst vereinbarten Anpassung des Preisindexes, mit der die Verkehrsminister im Frühjahr den zähen Finanzierungsstreit um das Ticket beilegen wollten.
Da die staatlichen Zuschüsse für das Deutschlandticket aus Bundes- und Landeskassen gedeckelt sind, ziehen steigende Kosten – bedingt durch den vereinbarten Wertfaktor – nahezu zwangsläufig höhere Preise für die Nutzer nach sich. Verantwortlich für die Mehrbelastung sind vor allem gestiegene Ausgaben für Personal, Energie und den laufenden Betrieb im Personennahverkehr.
Der Tagesspiegel-Journalist Paul Meerkamp kalkuliert für das kommende Jahr eine Erhöhung um 3,40 Euro: Statt der aktuellen 63 Euro müssten Abonnenten dann 66,40 Euro pro Monat berappen. Das entspräche einem Plus von rund 5,4 Prozent – ein Wert, der deutlich über der gegenwärtigen Inflationsrate von 2,8 Prozent in Deutschland läge.
Eingeführt wurde das Ticket im Mai 2023 von der damaligen Ampelkoalition, der Einstiegspreis lag bei 49 Euro. Seither hat die Verkehrsministerkonferenz den Betrag bereits zweimal angehoben: zum Januar 2025 auf 58 Euro und zum Januar 2026 auf 63 Euro. Eine weitere Erhöhung für 2027 gilt damit als so gut wie sicher. Die Opposition reagiert verärgert auf diese Entwicklung. So echauffiert sich die Grünen-Bundestagsabgeordnete Lisa Badum aus Oberfranken auf der Plattform X: “Während Ölgigant Shell seinen Profit verdreifacht & und die Merz-Regierung der fossilen Industrie mit Tankrabatt & und Co. weitere Steuer-Milliarden in den Rachen kippt, wird das Deutschlandticket für die hart arbeitende Bevölkerung mal wieder teurer. Unfassbar!”
Trost mag sein, dass die künftigen Anstiege ab 2028 abgemildert werden könnten: Dann greift der vereinbarte Dämpfungsfaktor – allerdings nur, wenn die Verkaufszahlen gegenüber heute steigen.
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