Franca Lehfeldt veröffentlicht Buch über Mutterschaft und gesellschaftlichen Druck
Die Journalistin Franca Lehfeldt hat ein Buch über das Bild der Mutter in Deutschland veröffentlicht. Das Werk thematisiert gesellschaftliche Erwartungen, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie die Rolle sozialer Medien.
Franca Lehfeldt hat mit „Gute Mütter, schlechte Mütter" ein Buch über Mutterschaft veröffentlicht. Auf 262 Seiten setzt sich die 37-Jährige mit dem Bild der Mutter in Deutschland auseinander. Sie interviewt dafür unter anderem die französische Journalistin Élisabeth Badinter und eine Stillberaterin. Auch die medizinischen Möglichkeiten der Reproduktionsmedizin und die Geschichte von Krippe und Kita in Deutschland werden behandelt.
Lehfeldt, die als Reporterin, Moderatorin und Speakerin arbeitet, ist Mutter einer fast eineinhalb Jahre alten Tochter. In der Beschreibung ihres Buchs auf Instagram schreibt sie, jede Frau müsse selbst entscheiden dürfen, wie sie leben wolle. Sie kritisiert das „unausgesprochene Schubladendenken", mit dem individuelle Entscheidungen von Frauen beurteilt würden. Besonders beunruhigend sei, dass die härtesten Urteile dabei von Frauen über Frauen gefällt würden.
In einem Interview mit der Zeit vom 23. September beklagt Lehfeldt die Lücke zwischen theoretischer Wahlfreiheit und praktischen Rahmenbedingungen für Mütter in Deutschland. Sie verweist auf frühe Kita-Schließzeiten, ungünstige Steuerklassen und die Strukturen, die den Minijob zur besten Option machten. Mütter könnten somit nur theoretisch alles haben. Lehfeldt gibt an, selbst nicht gestillt zu haben und keinen „Momfluencern" zu folgen. Sie und ihr Ehemann, der ehemalige Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP), teilten sich die Elternschaft vollständig.
Lehfeldt kritisiert in ihrem Buch auch die Kommerzialisierung von Mutterschaft in sozialen Netzwerken. Sie beschreibt das, was Momfluencer zeigten, als „inszenierte Care-Arbeit". Dies sei nicht emanzipatorisch, da sie Care-Arbeit zwar sichtbar mache, ihr aber keinen Preis gebe. Besonders problematisch sei es, wenn Kinder in monetarisierten Feeds auftreten und damit unbezahlt arbeiten würden – ohne Vertrag, ohne Einwilligung und ohne gesicherte Einnahmen.
Lehfeldt hatte 2022 zusammen mit der Journalistin Nena Brockhaus den Bestseller „Alte weise Männer – Hommage an eine bedrohte Spezies" veröffentlicht. Seit Juli 2022 ist sie mit Christian Lindner verheiratet.