Juso-Chef Türmer gegen erneute Kandidatur von Klingbeil als SPD-Chef
Der Chef der Jungsozialisten, Philip Türmer, hat sich gegen eine erneute Bewerbung von Finanzminister Lars Klingbeil um den SPD-Vorsitz ausgesprochen. Als potenzielle Nachfolger nannte er Hubertus Heil und Manuela Schwesig.
Philip Türmer, Vorsitzender der Jungsozialisten (Jusos), hat Finanzminister Lars Klingbeil von einer erneuten Kandidatur für den SPD-Parteivorsitz abgeraten. In einem Interview mit der Neuen Osnabrücker Zeitung erklärte Türmer, Klingbeil solle nicht wieder für das Amt des Parteichefs kandidieren, wenn er zugleich Finanzminister und Vizekanzler bleiben wolle.
Türmer begründete seine Ablehnung mit der bisherigen Amtsführung Klingbeils. Er habe in dessen Zeit als Generalsekretär und Parteivorsitzender keine klare Strategie erkannt, wie die SPD wieder aufwärts kommen solle, so der Juso-Chef. Zudem sei eine Doppelbelastung als Vizekanzler und Parteichef kaum zu bewältigen.
Als mögliche Alternativen für den Parteivorsitz nannte Türmer den früheren Bundesarbeitsminister Hubertus Heil sowie die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig. Beide gelten als etablierte Politiker der sozialdemokratischen Parteilinken.
Klingbeil selbst hatte bislang noch nicht öffentlich gemacht, ob er bei dem für Mitte Januar anberaumten Sonderparteitag erneut antreten wird. Den Parteitag hatte er nach dem Rücktritt der bisherigen Co-Parteichefin Bärbel Bas einberufen. Bei seiner letzten Wahl zum Parteivorsitzenden war Klingbeil mit nur 65 Prozent der Delegiertenstimmen bestätigt worden, ein vergleichsweise schwaches Ergebnis.