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Stand 25. September 2026, 08:58 Uhr
Deutschland

Kritik an staatlich gefördertem KI-Projekt gegen Desinformation

Das vom Bundesforschungsministerium mit knapp drei Millionen Euro geförderte Projekt "Fake-O-Meter" stößt auf Kritik. Journalisten warnen vor einer möglichen Einflussnahme auf die Meinungsbildung durch staatlich finanzierte …

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Kritik an staatlich gefördertem KI-Projekt gegen Desinformation

Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt fördert das Forschungsprojekt "Fake-O-Meter" mit insgesamt knapp drei Millionen Euro. Das Projekt läuft von 2026 bis 2029 und soll einen KI-Assistenten entwickeln, der Desinformation und Deepfakes erkennen sowie Faktenchecks und Erklärungen liefern kann. An dem Vorhaben ist auch die Deutsche Presse-Agentur (dpa) beteiligt, die 262.000 Euro Förderung erhält.

Nach Angaben der Projektverantwortlichen soll das System die Urteilsbildung der Nutzer unterstützen und ausdrücklich nicht selbst als "Wahrheitsrichter" auftreten. Tests des KI-Assistenten sind auch im Umfeld realer Wahlen vorgesehen. Die dpa bringt nach eigener Darstellung ihre "journalistische Faktencheck-Expertise" ein und definiert unter anderem redaktionelle Anforderungen für das System.

Der ehemalige "Bild"-Chefredakteur Julian Reichelt, mittlerweile Chefredakteur des Portals NIUS, kritisiert die staatliche Förderung des Projekts scharf. Er bezeichnete das Vorhaben als "absolut furchterregendes Szenario". Besonders die Beteiligung der dpa stößt ihm sauer auf. Reichelt sagte: "Es gilt die journalistische Ur-Weisheit: Wer sich von der Regierung bezahlen lässt, der spricht für die Regierung. Wer Geld von den Mächtigen nimmt, der kritisiert die Mächtigen nicht, sondern propagiert die Mächtigen."

Die dpa weist solche Vorwürfe zurück. Sie erklärt, projektgebundene Förderungen hätten keinen Einfluss auf ihre redaktionelle Berichterstattung. Ihre Faktenchecker prüften Behauptungen, nicht Meinungen, betonte die Nachrichtenagentur.

Ralf Schuler, Politikchef bei NIUS, sieht ein grundsätzliches Problem in der Abgrenzung zwischen Fakten und Meinungen. Politische Debatten bestünden häufig gerade aus unterschiedlichen Bewertungen derselben Sachlage. Schuler warnte bei einer Sendung des Portals vor einer Vorsortierung politischer Meinungen. Freier Meinungsaustausch sei die "zentrale Säule" der Demokratie. Er sagte: "Eine Demokratie lebt davon, dass jeder sagen kann, was er will und sich danach eine Meinung bildet. Wenn du anfängst, die Meinung vorzusortieren, dann ist dieses gesamte Demokratie-Konzept nicht mehr diskursfähig."

Auch der Kolumnist Alexander Kissler äußerte Kritik an der Verbindung von staatlicher Förderung und Faktenprüfung. Er warnte, der Faktencheck könne "unter der Hand zu einem Meinungscheck" für andere freie Medien werden. Dabei gehe "immer die Meinungsfreiheit über die Wupper".

Quelle Dieser Bericht beruht auf einer Meldung von NIUS. Ursprungsmeldung

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