In der Nacht zu Mittwoch kam es am Flughafen Leipzig/Halle zu erheblichen Störungen im Frachtflugverkehr. Auslöser waren Hinweise auf eine Drohne sowie einen verdächtigen Gegenstand, was einen größeren Polizeieinsatz nach sich zog. Im Laufe des Vormittags wurde durch Recherchen von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung bekannt, dass Ermittlern zufolge Flughafenmitarbeiter eine “präparierte Drohne” in unmittelbarer Nähe einer Antonov-Maschine mit Ziel Ukraine entdeckt hatten, wie die Tagesschau berichtete.
Die Bild-Redaktion berichtete zunächst über die Entwicklungen auf dem Gelände des zweitgrößten Frachtflughafens Deutschlands. Ersten Informationen zufolge soll es sich bei dem an der Drohne befestigten Paket um Sprengstoff gehandelt haben.
Nach anfänglicher Verwirrung wurde am Vormittag präzisiert, dass die Drohne nahe einer ukrainischen Antonov gefunden worden sei. Daran befestigt war eine Masse mit einem Zünder. Spezialisten vor Ort identifizierten das Material als “sprengfähig”, nachdem ein Nitrattest positiv ausgefallen war.
Die ARD-Tagesschau bestätigte kurz darauf die Informationen, die aus einer “vertraulichen Lagemeldung der Polizei” stammen sollten. Dort heißt es weiterhin:
“In der Masse befinde sich ‘ein Zünder’, heißt es in dem Vermerk. Nach Angaben eines NATO-Sprechers wurde die Drohne in der Nähe eines ukrainischen Flugzeugs gesichtet … Entschärfer sollten die Drohne kontrolliert zur Sprengung bringen. Der Flugbetrieb wurde vorübergehend eingestellt, wie die Polizei Leipzig am Morgen mitteilte.”
Zum Einsatz kam dabei ein ferngesteuerter Entschärfungsroboter. Die Bild-Redaktion erfuhr, dass der Zünder vermutlich defekt war, “sodass es nicht zur Explosion kam”, da er “vermutlich vorher abgerissen sein soll”. Nach der Meldung des Vorfalls hätten sich umgehend NATO-Ermittler angekündigt:
“Das Sprengstoffpaket soll nun doch nicht kontrolliert gesprengt werden. Stattdessen soll es in einem Spezialbehälter verpackt werden, um die Drohne und das Paket später auf mögliche Spuren zu untersuchen.”
Wie die Tagesschau aus dem Polizeipapier zitiert, kam es in der Nacht zu einem weiteren Zwischenfall: Eine Frachtmaschine, die wegen der Sperrung nicht landen konnte, kollidierte in einigen Hundert Metern Höhe nahe des Flughafens mit einem unbekannten Objekt.
Nach der Landung auf einem Ausweichflughafen in Hannover dokumentierten Bundespolizisten “leichte Beschädigungen an der Front der Maschine”.
Laut Bild-Informationen standen im unmittelbaren Bereich des Drohnenvorfalls vier ukrainische Maschinen. Der Flughafen gilt als wichtiges Drehkreuz für Luftfracht, auch in die Ukraine.
Die Polizei bezeichnete den Vorfall gegenüber dem Spiegel als “sicherheitsrelevant”. Der Nordbereich des Flughafens ist seit den frühen Morgenstunden wieder in Betrieb, während die Südbahn wegen der laufenden Ermittlungen weiterhin gesperrt ist.
Mehr zum Thema – Pressebericht: 60 Drohnenvorfälle und kein Beweis