Die stellvertretende Vorsitzende der Linksfraktion und ihre innen- und fluchtpolitische Sprecherin Clara Bünger hat konkrete Erwartungen an die deutsche Regierung hinsichtlich der Situation in Ceuta formuliert. Sie betonte: “Damit darf Spanien nicht allein bleiben. Deutschland und die EU stehen in der Pflicht, bei der Versorgung zu helfen und Schutzsuchende aufzunehmen.”
Während Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez die Ereignisse als einen Angriff auf die territoriale Integrität seines Landes bezeichnet und die Verantwortung der “Schleusermafia” zuschreibt, vertritt Bünger eine andere Sichtweise. Sie entgegnet: “Wer glaubt, mit noch mehr Abschottung sei das Problem gelöst, irrt.” Die Situation in Ceuta sei “keine Naturkatastrophe, sondern das Ergebnis politischer Entscheidungen”.
Innerhalb von nur 24 Stunden wurden in der spanischen Exklave bis zu 50.000 Migranten registriert, überwiegend junge Männer aus Marokko. Viele von ihnen umgingen die Grenzanlagen schwimmend, wobei schätzungsweise 50 Menschen ihr Leben verloren. Auffällig war, dass die marokkanische Grenzpolizei offenbar nicht einschritt. Inzwischen sind viele der Migranten bereits wieder nach Marokko zurückgekehrt. Eine vergleichbare Zuspitzung hatte es schon vor einigen Jahren während eines Konflikts zwischen den beiden Ländern gegeben.
Bünger erklärte weiter: “Menschen fliehen vor Krieg, Armut und Klimakrise. Höhere Mauern halten sie nicht auf, sie machen die Flucht nur tödlicher.”
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt hingegen unterstrich, dass “unsere Erfolge beim Zurückdrängen der illegalen Migration erhalten und weiter ausgebaut werden müssen”. Der Vorfall zeige, wie hoch der “Migrationsdruck” sei, auch wenn eine Weiterreise von Ceuta nach Deutschland nicht möglich sei, da die Enklave nicht zum Schengenraum gehört.
Der FDP-Vorsitzende Wolfgang Kubicki meldete sich ebenfalls zu Wort und forderte, Deutschland solle Marokko endlich als sicheren Drittstaat einstufen, um Grenzabweisungen zu ermöglichen. Zudem müsse man Marokko daran erinnern, dass Entwicklungshilfe auch Gegenleistungen erwarten lasse. “Wer von uns erwartet, das man ihm hilft, von dem kann man auch erwarten, dass er solche Szenen nicht möglich macht.” Über Bünger äußerte er sich abfällig: “Die Frau ist komplett irre.”
Der ukrainische Außenminister Andrei Sibiga warf Russland auf der Plattform X vor, die Bilder aus Ceuta für eine Propagandakampagne zu nutzen, um Europa zu destabilisieren.
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