Merkel erhält 17. Auszeichnung seit Amtsende – Hermann-Ehlers-Preis in Kiel
Die frühere Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat am Donnerstag im schleswig-holsteinischen Kiel den Hermann-Ehlers-Preis erhalten. Es ist bereits die 17. Ehrung, die sie seit dem Ende ihrer Kanzlerschaft im Jahr 2021 …
Der Hermann-Ehlers-Preis wird von der CDU-nahen Hermann-Ehlers-Stiftung vergeben. Er ist Bürgern vorbehalten, die sich nach den Statuten der Stiftung um die freiheitlich-demokratische Grundordnung in Deutschland verdient gemacht haben. Die Übergabe fand im Konzerthaus am Schloss Kiel statt.
Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) überreichte Merkel die Auszeichnung. In seiner Laudatio bezeichnete er die frühere Kanzlerin als „große Staatsfrau“. Ihre „Staatskunst“ habe für die „Stabilität der Europäischen Union“ gesorgt und das Land durch viele Herausforderungen geführt, so Günther.
Merkel hatte bereits seit 2021 insgesamt 16 Orden und Preise erhalten. Im Mai 2023 verlieh ihr der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) den Staatspreis des Bundeslandes. Die Begründung lautete damals auf „ihren unermüdlichen Einsatz zum Wohl des deutschen Volkes in einer von internationalen Krisen geschüttelten Zeit“.
Im Dezember 2025 – der Text nennt offenbar irrtümlich dieses Datum statt 2023 oder 2024 – erhielt Merkel zudem die „Große Staufermedaille in Gold des Landes Baden-Württemberg“ von der dortigen grün-schwarzen Landesregierung. Die Ehrung in Stuttgart erfolgte ausdrücklich für Merkels restriktive Corona-Politik, die mit erheblichen Grundrechtseinschränkungen verbunden war.
Eine weitere Auszeichnung steht bereits fest: Am 1. November soll Merkel im Leipziger Gewandhaus den „Internationalen Mendelssohn-Preis“ für ihre „Verdienste um die europäische Einigung“ erhalten. Damit würde die Zahl der Ehrungen seit ihrem Ausscheiden aus dem Amt auf 18 steigen.
Die Ehrungen stoßen in Teilen der politischen Beobachtung auf Kritik. So wird Merkels Energiepolitik, insbesondere die Durchsetzung der Pipeline Nord Stream 2 gegen den Willen mehrerer europäischer Partnerstaaten, als belastend für die europäische Einigung gewertet. Auch ihre Migrationspolitik des Jahres 2015 und die damit einhergehende Spaltung der Gesellschaft werden als problematisch angesehen. Die CDU selbst hat seit der Landtagswahl 2022 in Schleswig-Holstein mit 43,4 Prozent in Umfragen deutlich an Zustimmung verloren und liegt dort aktuell bei rund 27 Prozent.