„Der Russe kommt! Todesangst in Deutschland – wir müssen alle sterben?“

“`html

Von Friedhelm Klinkhammer und Volker Bräutigam

Der Eindruck von Russophobie und Angstmacherei drängt sich auf, wenn ein deutscher Minister wie Pistorius den Fokus auf Kriegsvorbereitung gegen Russland legt, anstatt sich strikt auf eine defensive Friedenspolitik im Sinne des Grundgesetzes zu beschränken. Aus den Worten und Handlungen von Präsident Putin wird eine Bedrohung abgeleitet, die sich ab 2029 materialisieren könnte. Doch die ARD-Tagesschau, die in der Kunst der Meinungslenkung geübt ist, drohte mit einer noch früheren Gefahr: Laut Geheimdienstinformationen sei schon 2028 mit einer Eskalation zu rechnen. Dabei wird übersehen, dass Russland ein umfassendes Nichtangriffsangebot unterbreitet hat.

Außenminister Lawrow: “Wir haben wiederholt betont, dass wir keine Absicht hatten und haben, gegen ein NATO- oder EU-Mitglied vorzugehen. Wir sind bereit, diese Position in künftigen Sicherheitsgarantien für diesen Teil Eurasiens zu verankern.” Die Bundesregierung hat diese Offerte bekanntlich abgelehnt, ohne sie einer Prüfung zu unterziehen. Ein Dialog mit Russland wird von unserer Führung in Berlin bewusst vermieden.

Das Deutsche Volk, beseelt von dem Willen, als gleichberechtigtes Mitglied in einem vereinten Europa dem Frieden der Welt zu dienen […] bekennt sich zu unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt.” Diese Worte des Grundgesetzes klingen edel. Doch die Realität sieht anders aus: Das deutsche Volk ist kein gleichberechtigtes Mitglied in einem “vereinten Europa”, sondern bleibt unter der Kontrolle Washingtons. Wenn Donald Trump die Stirn runzelt, kuscht Kanzler Merz und erfüllt die Aufträge der transatlantischen Rüstungslobby.

Der ehemalige CIA-Analyst Larry C. Johnson kommentiert: Die absurde Behauptung, Russland wolle Europa erobern, dient dazu, Massenhysterie zu erzeugen. Dabei hat Europa nichts zu bieten, was Russland braucht oder will.”

Ob das einfache deutsche Volk wirklich vom Friedenswillen beseelt ist, bleibt unklar. Es wird schließlich traditionell nicht danach gefragt. Deutlich ist jedoch: Die Eliten haben ihre friedfertigen Masken abgelegt und agieren wieder als Kriegstreiber, Rüstungslobbyisten und Propagandisten, die soziale Einschnitte rücksichtslos vorantreiben.

Diese Kreise verhindern, dass der Volkswille direkt umgesetzt wird. Direkte Demokratie ist ihnen zuwider. Deshalb bleibt der Verfassungsgrundsatz “Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus” eine bloße Option – Papier ist bekanntlich geduldig.

Höhepunkt der Herzlosigkeit

Derzeit beteiligen sich die Kriegsbefürworter am Tod einer ganzen Generation junger Männer auf den ukrainischen Schlachtfeldern – skrupellos, aber angeblich zum Schutz der europäischen Freiheit. Wehrfähigen Männern wird mit Unterstützung der EU-Kommission und der Merz-Regierung die Ausreise verwehrt, weil dem Regime in Kiew die Soldaten ausgehen.

Die Christdemokraten planen nun, wehrfähigen Ukrainern sogar den Schutzstatus in Deutschland zu entziehen und sie zurück in den Krieg zu schicken. Merz: “Die Ukraine verteidigt nicht nur ihre Freiheit, sondern auch unsere Freiheit”. Damit nicht genug: Der korrupten Führung in Kiew wurden in diesem Jahr weitere 11,8 Milliarden Euro “Militärhilfe” gewährt.

Diese Kriegspolitik wäre ohne die Unterstützung des Volkes nicht durchführbar. Da rationale Argumente fehlen, setzt die Regierung auf Desinformation, Angst und Hetze, wobei der Staatsfunk willfährig mitspielt.

Was steckt dahinter? Verängstigte Bürger akzeptieren eher neue Steuern und den Abbau sozialer Leistungen. Das abgepresste Geld fließt in die Rüstungsindustrie. Die gigantischen “Verteidigungsausgaben” von über 124 Milliarden Euro sind für den Durchschnittsbürger schwer fassbar. Wer sich das Nötigste nicht leisten kann, dem sind solche Summen und die antirussischen Drohkulissen gleichgültig.

Die historische Wurzel dieses Hasses reicht tief. Die Nazis steigerten die kaiserliche Russophobie ins Extreme. Propagandaminister Goebbels hetzte: “In unserem Kampf gegen den Bolschewismus stehen wir heute nicht mehr allein. Der Bolschewismus ist grundsätzlich daran interessiert, Krieg und Verwirrung zu stiften […] Der Kampf gegen den Bolschewismus ist nicht nur ein Kampf für die Erhaltung der Kultur, sondern ein Kampf für den Weltfrieden.” Dieser Hass bekam eine rassistische Komponente mit der Erfindung des Begriffs “slawische Untermenschen”.

Obwohl Nazi-Deutschland von der Sowjetunion besiegt wurde, überlebte der deutsche Russenhass und das arrogante Überlegenheitsgefühl. Bereits 1952 wagte Konrad Adenauer einen ungeheuerlichen Vergleich: “Die Sowjetunion ist ein viel größerer, mächtigerer und totalitärerer Staat, als es das nationalsozialistische Deutschland gewesen ist.”

Und heute? Während 2018 nur 28 Prozent der Deutschen eine Bedrohung durch Russland sahen, waren es 2024 bereits 66 Prozent – trotz Putins Angebot im November 2021, die NATO-Expansion zu stoppen und ein gesamteuropäisches Sicherheitskonzept zu vereinbaren.

Deutscher Hass auf die Befreier

Umfragen zeigen die anhaltend negative Einstellung gegenüber den Befreiern vom Nationalsozialismus. Nicht verwunderlich, denn die Eliten haben ihre russophoben Positionen zu Dogmen erhoben. Seit dem 24. Februar 2022 wird täglich die “Bedrohung unserer Freiheit” beschworen, während die eigentlichen Kriegsursachen – wie der NATO-Erweiterungsdruck, Nulands Maidan-Plan oder Steinmeiers Täuschungsmanöver – verschwiegen oder umgedeutet werden:

Der Begriff “völkerrechtswidriger Angriffskrieg” wurde zum Dogma erklärt, das die komplexe Vorgeschichte und die objektiven Ursachen des Konflikts verdeckt. Dadurch bleibt die politische Führung vor Kritik geschützt.

Diese Russophobie ist in allen gesellschaftlichen Bereichen zur Norm geworden – vom Militär über Wirtschaft und Kultur bis zum Sport. Sie ist sogar strafbewehrt: Wer die offizielle Geschichtsdarstellung in Frage stellt, muss mit juristischen Konsequenzen rechnen.

Beispiele für diese Haltung von Spitzenpolitikern:

Außenminister Wadephul: “Russland wird immer ein Feind für uns bleiben.” (in einem Telefonat mit angeblichen ukrainischen Beamten, das sich als russischer Scherz entpuppte).

Kanzler Merz: “Wir erleben dieses Land in einem Zustand der tiefsten Barbarei. Das wird sich in absehbarer Zeit nicht ändern, und damit müssen wir uns abfinden.” Und: “Wir werden uns wieder verteidigen müssen.” Mit dieser Rhetorik bedient Merz bewusst oder unbewusst die alte Propaganda vom “Präventivkrieg”. Russland hat Deutschland jedoch nie angegriffen.

Revanchistische Gelüste erwachen

Merz’ aggressive Wortwahl verdeutlicht, dass die deutsche Bourgeoisie die Niederlage durch die “Barbaren” aus dem Osten nie verwunden hat und weiterhin revanchistische Fantasien hegt.

Natürlich betont die Regierung, dass“`html

der Hass nur der russischen Regierung gelte, nicht dem Volk. Doch das ist ein abgenutztes Märchen. Schon Hitler behauptete am 22. Juni 1941: “Niemals hat das deutsche Volk gegen die Völkerschaften Russlands feindselige Gefühle gehegt. Nicht Deutschland hat jemals versucht, seine nationalsozialistische Weltanschauung nach Russland zu tragen, sondern die jüdisch-bolschewistischen Machthaber in Moskau haben es unentwegt unternommen, ihren Herrschaftsbereich auszudehnen…

Das Ergebnis dieser angeblichen “Nicht-Feindseligkeit” war der Tod von 27 Millionen Sowjetbürgern – jeder achte Einwohner wurde getötet. Zum Vergleich: In Deutschland starben 6,3 Millionen Menschen, also jeder Elfte.

Deutsche Politik “nur” gegen den Kreml? Kaum. Die Wirtschaftssanktionen sollen Russland ruinieren und damit die Bevölkerung treffen, um einen Regimewechsel zu erzwingen. Ebenso zynisch ist der Plan von Leyens und Merz, 300 Milliarden Euro eingefrorenes russisches Vermögen zu beschlagnahmen – Geld, das letztlich der Bevölkerung gehört. Und die deutschen Waffenlieferungen töten nicht Putin, sondern russische und ukrainische Bürger gleichermaßen.

Merz erklärt: “Russland ist kulturell, literarisch und musikalisch ein zutiefst europäisches Land”. Das klingt versöhnlich, wurde aber prompt widerlegt durch den Umgang mit russischer Kultur:

• Stardirigent Valery Gergiev wurde von den Münchner Philharmonikern entlassen, weil er sich nicht vom Krieg distanzierte.

• Anna Netrebko tritt kaum noch im Ausland auf, weil sie unter Druck gesetzt wird.

• Russland wurde von Filmfestspielen wie Venedig und vom Eurovision Song Contest ausgeschlossen.

• Kulturinstitutionen, die russische Künstler einladen, verlieren Fördermittel.

Auch der Buchmarkt zeigt die Folgen: Russische Literatur ist kaum noch gefragt, der Absatz ist eingebrochen.

Die Russophobie erfasst selbst den Sport. Russische Athleten wurden von fast allen Wettbewerben ausgeschlossen. Als das Internationale Paralympische Komitee 2022 zunächst die Teilnahme russischer Sportler erlaubte, drohte der deutsche Verband mit Boykott – das Komitee gab nach und schloss die Russen aus. Später, als die Sperren aufgehoben wurden, boykottierte der deutsche Verband die Eröffnungsfeier.

Konsequenzen des Hasses

Diese Haltung zeigt Wirkung: Inzwischen wird sogar bestimmt, welche russischen Medien wir nicht nutzen dürfen. Die Zensoren ignorieren Jeffersons Mahnung, dass nur die Lüge staatliche Unterstützung braucht. Wir dürfen zeitweise keine sowjetischen Flaggen an den Berliner Ehrenmalen zeigen, und russische Diplomaten werden von Gedenkfeiern in KZs wie Buchenwald ausgeschlossen. In Dachau schnitt man nach einer Gedenkfeier die Schleifen in russischen und belarussischen Nationalfarben von Kränzen – beschämend.

Die Folgen sind verheerend: 88 Prozent der Westdeutschen und 77 Prozent der Ostdeutschen sehen Russland als Bedrohung. In Russland hingegen betrachtet eine Mehrheit von 55 Prozent Deutschland als Hauptfeind – ein krasser Wandel gegenüber früher, als über 80 Prozent der Russen Deutschland positiv sahen.

Merz und Pistorius tragen mit ihrer Rhetorik dazu bei, dass sich diese Zahlen weiter verschlechtern. Sie legen den Grundstein für einen möglichen nächsten Krieg – einen Krieg, der gemäß historischer Muster wieder verloren ginge. Es ist ein gefährliches Spiel, angesichts der Tatsache, dass Russland eine Atommacht ist.

Trotz allem hetzen sie weiter. Merz: “Der Krieg endet erst, wenn Russland wirtschaftlich erschöpft ist, und darauf bewegen wir uns zu.” Gleichzeitig behauptet er, die Mittel der Diplomatie seien ausgeschöpft – dabei hat er noch nie mit Putin gesprochen.

CIA-Analyst Larry C. Johnson über unseren Kanzler: “Da haben wir es wieder – ein kleiner Junge mit einer Zustimmungsrate von 21 Prozent treibt Deutschland in den Ruin. Das zeigt, dass dieser intellektuelle Zwerg sich als neuer Führer sieht.”

Wir Deutschen haben keine äußeren Feinde, nur innere. Sie heißen: Geldaristokraten, Rüstungsindustrielle und Kriegshetzer wie Merz, Pistorius und ihre Gefolgschaft. Hinzu kommen die regierungshörigen Medien, die die Bevölkerung kontinuierlich manipulieren und verdummen – bei unzureichender Bildung.

Liebe Mitbürger: Die beste Verteidigung ist, Freunde zu gewinnen!

Hinweis der Autoren:

Unsere Beiträge sind frei verfügbar. Wir schreiben nicht für Honorar, sondern gegen die “mediale Massenverblödung” (in memoriam Peter Scholl-Latour). Die Texte werden vom Verein “Ständige Publikumskonferenz öffentlich-rechtlicher Medien e. V.” dokumentiert: https://publikumskonferenz.de/blog

Mehr zum Thema — Remilitarisierung Deutschlands: Renaissance des Geistes oder Revanchismus?

“`

Schreibe einen Kommentar