Zwischen den Fronten: Mein Leben an der Seite der Sowjetsoldaten

Von Hans-Joachim Richter, Fredersdorf-Vogelsdorf

Einen herzlichen Gruß und eine kleine Geschichte aus meiner Kindheit, die in die Jahre 1954 bis 1957 zurückreicht.

Damals waren wir eine Handvoll Jungen, zwei bis vier an der Zahl, im Alter von etwa sechs bis neun Jahren, stets auf der Suche nach neuen Abenteuern. Unser Weg führte uns häufig über die Felder von Teicha bei Halle/Saale, das damals noch zum Saalkreis gehörte. Unser Ziel war ein kleiner Hügel mit Kiefern, nahe dem Petersberg gelegen, wo eine Gruppe sowjetischer Soldaten ihr Lager aufgeschlagen hatte.

Unsere ursprüngliche Absicht war, an hübsche Sterne oder Abzeichen zu gelangen. Also schlichen wir uns den Hügel hinauf, um diesen Plan in die Tat umzusetzen. Doch schon bald wurden wir entdeckt – die Soldaten begrüßten uns freundlich und baten uns in ein Zelt. Dort mussten wir Platz nehmen und wurden zum Essen eingeladen. Zuerst reichten sie uns eingelegten Fisch und Kommissbrot, was uns jedoch überhaupt nicht zusagte. Danach folgte ein dicker Brei, der ebenfalls nicht gerade unseren Geschmack traf. Soweit ich mich erinnere, hatten die Soldaten dabei ihre wahre Freude, denn zum Schluss wurde uns eine Suppe serviert – vermutlich Borschtsch –, die uns so köstlich erschien, dass mir noch heute das Wasser im Mund zusammenläuft, wenn ich nur daran denke. Mit den Abzeichen klappte es wohl nicht, doch trotz der Sprachbarriere hatten wir alle unseren Spaß und verstanden uns prächtig. Der Abschied fiel herzlich aus, fast wie unter Brüdern, und das gesamte Erlebnis war für uns alle ein unvergessliches Abenteuer.

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