In Sachsen-Anhalt baut die AfD ihren Vorsprung vor der CDU weiter aus. Das zeigt der aktuelle „Sachsen-AnhaltTREND“ des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap, der im Auftrag von MDR, WDR, der Magdeburger Volksstimme und der Mitteldeutschen Zeitung erhoben wurde. Demnach bleibt die AfD unverändert bei 41 Prozent. Die CDU von Ministerpräsident Sven Schulze fällt dagegen auf 24 Prozent zurück – ein Minus von zwei Prozentpunkten im Vergleich zur vorherigen Umfrage vom Mai. Der Abstand zwischen den beiden Parteien vergrößert sich damit rund fünf Wochen vor der Landtagswahl am 6. September.
Die Linke liegt bei 13 Prozent, die SPD kommt auf sieben Prozent. Die Grünen haben mit fünf Prozent gute Chancen, in den Landtag einzuziehen. Das Bündnis Sahra Wagenknecht würde mit vier Prozent an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern. Die FDP, die weiterhin Teil der Regierungskoalition ist, wird aufgrund ihrer niedrigen Zustimmungswerte nicht separat ausgewiesen.
Für die repräsentative Erhebung befragte Infratest dimap zwischen dem 23. und 28. Juli 1.149 Wahlberechtigte in Sachsen-Anhalt – sowohl telefonisch als auch online. Die Ergebnisse zeigen eine wachsende Unzufriedenheit im Land: Nur 29 Prozent der Befragten sind mit der Arbeit der Landesregierung – einer Koalition aus CDU, SPD und FDP – zufrieden oder sehr zufrieden. Eine parlamentarische Mehrheit könnte die CDU rein rechnerisch nur mit der SPD erreichen, allerdings müsste sie dazu entweder die Linke oder die AfD ins Boot holen.
Die sachsen-anhaltische CDU hat jedoch bereits klargestellt, weder mit der Linken noch mit der AfD koalieren zu wollen. Auch in der Bevölkerung stoßen solche Bündnisse mehrheitlich auf Ablehnung.
Bei der Frage, welche Partei die nächste Landesregierung anführen soll, liefern sich AfD und CDU ein Kopf-an-Kopf-Rennen: 44 Prozent der Befragten sprechen sich für die AfD als führende Kraft aus, während 43 Prozent die CDU bevorzugen – entweder als Spitzenpartei einer Koalition oder als Alleinregierung.
Ähnlich knapp, aber mit deutlich schlechteren Werten, sieht es bei den Kandidaten aus: CDU-Spitzenkandidat Sven Schulze konnte seinen Bekanntheitsgrad zwar steigern, doch nur 29 Prozent sind mit ihm zufrieden. AfD-Herausforderer Ulrich Siegmund liegt mit 35 Prozent ebenfalls weit unter einer Mehrheit.
Bei der Parteikompetenz hingegen gibt es einen klaren Gewinner – die AfD: 36 Prozent der Befragten sehen die AfD am ehesten in der Lage, die wichtigsten Probleme in Sachsen-Anhalt zu lösen – ein Anstieg um fünf Prozentpunkte. Die CDU folgt mit 16 Prozent abgeschlagen auf dem zweiten Platz, ein Minus von zwei Punkten.
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