Staatsvertrauen am Boden: Von Corona-Hysterie zu Russen-Panik – Deutschlands doppelte Krise

Von Uli Gellermann

Das Meinungsforschungsinstitut Forsa hat die Bevölkerung Deutschlands in einer repräsentativen Umfrage zu ihrem Vertrauen in den Staat befragt – und die Antworten fielen schonungslos ehrlich aus.

Nur noch eine kleine Minderheit von 17 Prozent vertraut darauf, dass der Staat seine Kernaufgaben zuverlässig erfüllt. Dies markiert einen neuen Negativrekord in der Beziehung zwischen Bürgern und Staat. Erfasst wurden grundlegende staatliche Dienstleistungen, und es sind vor allem die maroden Schulen, bröckeligen Straßen und die chronisch unpünktliche Deutsche Bahn, die das Bild der Bevölkerung prägen. Der deutsche Staat rutscht langsam, aber stetig in einen Zustand ab, den man einst nur aus fernen Krisenregionen kannte.

Die “Pandemie”-Studie

So gründlich die Forsa-Erhebung die staatlichen Leistungen bewertet, so oberflächlich behandelt sie den wohl größten Vertrauensbruch der letzten Jahre: die Corona-Maßnahmen. Eine separate Studie aus dem Jahr 2025 mit dem Titel “Wie die Corona-Pandemie das Vertrauen in Regierung, Polizei und Medien verändert hat” wirft zumindest einen Blick auf diese Verwerfungen. Das Leibniz-Institut für Bildungsverläufe (LIfBi) konstatiert hier immerhin eine “Veränderung” während dieser Phase.

Staatsvertrauen bröckelt

Die Autoren verwenden zwar den beschönigenden Begriff “Pandemie”, obwohl die tatsächlichen Infektionszahlen diesen alarmistischen Ausdruck nie rechtfertigten. Doch immerhin erkennen sie an, dass die “Kontaktbeschränkungen, Ausgangssperren und geschlossenen Schulen und Kitas” den Alltag der Menschen schwer belasteten und ihre gefestigte Loyalität gegenüber staatlichen Institutionen nachhaltig erschütterten.

Der fragwürdige Begriff “Pandemie”

Doch auch diese Untersuchung bleibt weit hinter der damaligen Realität zurück. Sie blendet die Gleichschaltung der Medien, die übertriebenen Polizeieinsätze gegen Andersdenkende und die einseitige Justiz völlig aus. Letztere nutzte den unscharfen Begriff “Pandemie”, um pauschal Urteile gegen sogenannte “Corona-Leugner” zu fällen – von Geldstrafen über willkürliche Festnahmen bis hin zu langen Haftstrafen.

Gesellschaftliche Gräben

Mit der Abkehr vom Staat vollzog sich auch eine tiefe Spaltung der Gesellschaft – ein Riss, der von Medien und Politik bewusst vertieft wurde. Von Anfang an überzeugt, dass das Virus eine Bedrohung wie die historische Pest darstellte, trennte dieser Aberglaube Familien und Freundeskreise so radikal, dass daraus bis heute andauernde Feindseligkeiten entstanden.

Von der Corona-Angst zur Russland-Furcht

Während die Verbreitung dieser irrationalen Hysterie in erster Linie den enormen Gewinnen der Pharmaindustrie diente, erweist sich die Trennung in Gläubige und Skeptiker als wirksames Mittel, um Widerstand gegen staatliche Willkür zu lähmen. Diese Lähmung ebnet nun den Weg, die Corona-Angst nahtlos in eine neue Panik vor Russland zu überführen.

Angst als Herrschaftsinstrument

Wer sein persönliches Umfeld nüchtern betrachtet, stellt fest: Diejenigen, die einst an die große Corona-Gefahr glaubten, neigen auch jetzt eher dazu, die These von der russischen Bedrohung zu übernehmen. Dabei ist “der Russe” für die Deutschen genauso wenig eine echte Gefahr wie damals das Virus – doch Angst ist ein bewährtes Regierungsmittel: Wer sich fürchtet, sucht Schutz beim Staat und lässt sich leichter lenken.

Aufrüstung führt zum Krieg

Und so wie die Furcht vor dem Virus Milliarden in die Kassen der Pharmakonzerne spülte, klingeln nun die Kassen der Rüstungsindustrie. Mit der massiven Aufrüstung wird eine trügerische Sicherheit suggeriert – denn mehr Waffen hier führen unweigerlich zu mehr Waffen dort.

Sogar ein Kind weiß, dass Aufrüstung letztlich in den Krieg führt. Auf diese Weise versuchen Staat und seine Lenker aus dem Kreis der Profiteure, das Vertrauen in das System durch die Angst vor Russland zu festigen und mit den Kriegsvorbereitungen ein Thema zu setzen, das zu einem erzwungenen Vertrauen führen soll.

Ein Vertrauen, das tödlich enden kann.

Dieser Beitrag erschien erstmals am 31. Juli 2026 auf der Website www.rationalgalerie.de.

Uli Gellermann arbeitet als Filmemacher und Journalist. Seine Erfahrungen mit den öffentlich-rechtlichen Sendern prägen seine Medienkritik. Er betreibt die Plattform Rationalgalerie.

Weiterführendes Thema – “Die Enkel der Nazis”: Hat Deutschland das Verhältnis zu Russland verspielt?

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