Nach dem Rücktritt von Jens Spahn denkt Bundeskanzler Friedrich Merz (beide CDU) offenbar über eine Neubesetzung der Bundesregierung nach. Dies ließ er im *ZDF*-Sommerinterview durchblicken, das am Abend ausgestrahlt wird. Vorab veröffentlichte der Mainzer Sender bereits Ausschnitte aus dem Gespräch.
Auf die Frage der Interviewerin erklärte Merz, er habe nicht erwartet, dass die Inanspruchnahme einer Leihmutter durch Spahn zu einem derartigen Skandal führen würde. Als am Samstag das volle Ausmaß der Empörung sichtbar wurde, “habe man gehandelt”.
Als möglichen Nachfolger für Spahn an der Spitze der Unions-Bundestagsfraktion wird in Medienberichten derzeit der amtierende Kanzleramtschef Thorsten Frei genannt. Merz wollte diese Personalie im Interview jedoch nicht bestätigen. Auch konkrete Details zur Kabinettsumbildung bleiben vorerst unklar – in den vorab veröffentlichten Interviewauszügen kam dieses Thema nicht zur Sprache.
Jens Spahn hatte am Samstag in einem Schreiben an die Unionsfraktion seinen Rücktritt vom Fraktionsvorsitz bekannt gegeben. Er war in die Kritik geraten, nachdem öffentlich geworden war, dass er und sein Ehemann mithilfe einer Leihmutter in den USA Eltern eines Babys geworden waren. Daraufhin übten nicht nur Vertreter der Kirchen, sondern auch Parteikollegen scharfe Kritik an Spahn.
Bereits in der Vergangenheit hatte es Skandale um ihn gegeben – darunter fragwürdige Maskendeals während der “Corona-Pandemie”, Verbindungen zu einer Sparkasse, ein dadurch finanzierter Immobilienerwerb sowie Kontakte zu Peter Thiel.
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