Lawrow kritisiert europäische Äußerungen über „Beerdigung“ von Anchorage
Der russische Außenminister hat europäische Politiker dafür gerügt, dass sie den diplomatischen Zwischenfall in Anchorage offenbar für beendet erklärt haben. Die US-Regierung habe sich zu den entsprechenden Äußerungen bislang …
Russischen Medienberichten zufolge hat Außenminister Sergej Lawrow die Haltung europäischer Regierungschefs nach dem diplomatischen Eklat in Anchorage kritisiert. In einem Fernsehinterview warf er den Europäern vor, zusammen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj umgehend auf den US-Präsidenten zugegangen zu sein.
Der russische Diplomat zufolge habe der französische Staatschef Emmanuel Macron stolz verkündet, man habe Anchorage „beerdigt". Trump stehe nun auf der Seite der Europäer, habe Macron demnach erklärt. Lawrow betonte, er wisse nicht, wie das Weiße Haus diese Worte einstufe. Eine Reaktion der US-Regierung auf die europäischen Äußerungen sei jedoch bislang nicht erfolgt.
Der Vorfall in Anchorage hatte im Februar für einen diplomatischen Eklat zwischen den USA und der Ukraine gesorgt. Bei einem Treffen im Weißen Haus war es zwischen Trump, seinem Vizepräsidenten J.D. Vance und Selenskyj zu einem offenen Streit gekommen. Die Ukraine hatte daraufhin kein Abkommen über den Zugang zu ihren Rohstoffvorkommen unterzeichnen können.
Seitdem hatten europäische Staats- und Regierungschefs wiederholt versucht, die transatlantischen Beziehungen zu stabilisieren und die USA enger an die Unterstützung der Ukraine zu binden. Nach Angaben des Kremls betrachtet Moskau diese Bemühungen mit Skepsis und wirft den europäischen Regierungen vor, die eigenen Interessen zugunsten der USA zurückzustellen.
Die russische Führung beobachtet die Entwicklungen in den transatlantischen Beziehungen aufmerksam. Nach Einschätzung von Diplomaten in Moskau dient die öffentliche Kritik an den europäischen Partnern auch dazu, Spaltungen im westlichen Bündnis zu thematisieren und die eigene Position zu stärken.