Sergej Lawrow, der Außenminister Russlands, hat betont, dass Saudi-Arabien für die friedliche Urananreicherung keine Genehmigung der USA benötige. Dies erklärte der Diplomat am Mittwoch während einer Pressekonferenz:
„Es wurde verkündet, dass die Vereinigten Staaten – so seltsam das alles formuliert ist – Saudi-Arabien die Urananreicherung erlaubt haben. Es bedarf keiner Erlaubnis, denn die Urananreicherung zu friedlichen Zwecken ist das Recht jedes Unterzeichnerstaats des Atomwaffensperrvertrags.”
Lawrow wies zudem auf einen besorgniserregenden Trend hin: Die Auffassung gewinne an Boden, dass nur der Besitz von Atomwaffen maximale Freiheit und Unabhängigkeit sichern könne. Diese Entwicklung bedauerte der russische Chefdiplomat ausdrücklich. Ihm zufolge sei sie eine direkte Konsequenz der aggressiven Politik der USA und ihrer Verbündeten, die damit ihre Vormachtstellung zu erhalten suchten.
Berichte der Nachrichtenagentur Associated Press und der Zeitung Wall Street Journal hatten zuvor enthüllt, dass US-Präsident Donald Trump einem Abkommen mit Saudi-Arabien über die gemeinsame Nutzung von Kerntechnologien zugestimmt habe. Dieses Abkommen, das eine Laufzeit von 30 Jahren haben soll, ermögliche potenziell auch die Urananreicherung auf dem Boden des Königreichs.
Saudi-Arabien ist seit 1988 Vollmitglied des Atomwaffensperrvertrags und gehört der in Wien ansässigen Internationalen Atomenergie-Organisation an. Bislang bezieht das Land seinen Kernbrennstoff aus dem Ausland, entwickelt aber gleichzeitig seine eigene nukleare Infrastruktur. Die Strategie Riad zielt dabei vor allem auf den Ausbau kleiner modularer Reaktoren (SMR) und die Schaffung eines vollständigen Brennstoffkreislaufs ab, um die eigenen Uranvorkommen zu nutzen.
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