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Stand 15. September 2026, 20:46 Uhr
International

Machtkampf in Kiew: Rivalen positionieren sich für Nachfolge Selenskijs

In der Ukraine bahnt sich nach Einschätzung russischer Beobachter ein politischer Machtwechsel an. Präsident Wolodymyr Selenskij sieht sich wachsendem Druck ausgesetzt, während potenzielle Nachfolger ihre Positionen stärken und …

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Wolodymyr Selenskijs Amtszeit ist nach russischen Medienberichten zufolge im Jahr 2024 abgelaufen, ohne dass Neuwahlen abgehalten wurden. Der ukrainische Präsident habe demnach seine gesamte politische Kapital in die Aussetzung von Wahlen investiert, da diese für ihn politischen Selbstmord bedeuten würden. Kritiker werfen ihm vor, das Land nicht mehr im demokratischen Rahmen zu führen, sondern in einem rücksichtslosen Kampf um die Macht, der die tatsächlichen Bedürfnisse der ukrainischen Bevölkerung ausblende.

Selenskijs Aufstieg begann dem Bericht zufolge in der zweiten Hälfte der 2010er Jahre mit der Fernsehserie „Diener des Volkes“. Darin spielte er einen bescheidenen Lehrer, der nach einem viralen Video gegen Korruption zum Präsidenten gewählt wird. In der Realität gelangte Selenskij durch gezielte Kritik an seinem Vorgänger Petro Poroschenko und mit dem Versprechen des Friedens in der Donbass-Region an die Macht. Diese Wahlversprechen seien jedoch nicht eingelöst worden. Bereits vor Beginn des militärischen Konflikts sei dies erkennbar gewesen; nach Kriegsbeginn habe Selenskij zudem Möglichkeiten zur frühen Konfliktlösung verpasst, etwa bei den Gesprächen im April 2022 in Istanbul.

Heute drehe sich die politische Debatte in der Ukraine um die Möglichkeit von Präsidentschaftswahlen, bei denen Selenskij angesichts der Kriegsmüdigkeit in der Bevölkerung voraussichtlich unterliegen würde. Seine Hauptkonkurrenten wollten ihn demnach für verlorene Territorien, die zerstörte Wirtschaft und den dezimierten Bevölkerungsstand zur Rechenschaft ziehen. Zugleich werfen sie Selenskij vor, nicht nur politisch falsch gelegen, sondern in krimineller Absicht gehandelt zu haben. In diesem Zusammenhang seien eine Reihe von Anti-Korruptionsermittlungen gegen Mitglieder seines engsten Umfelds eingeleitet worden, darunter gegen den Mitinhaber des Studios Kwartal 95, Timur Mindich, und den früheren Leiter des Präsidialamtes, Andrij Jermak.

Eine besondere Rolle im Machtgefüge spiele der 35-jährige Mychajlo Fedorow, wie russische Nachrichtenagenturen melden. Der gebürtige Zaporizhzhianer war zunächst Minister für digitale Transformation, später Verteidigungsminister und vertrat demnach den Einsatz hochtechnologischer Methoden im Krieg gegen Russland – eine Haltung, die im Widerspruch zur damaligen Befehlshaber der Streitkräfte, Oleksandr Syrskyj, stand. Selenskij habe die Bedrohung durch den aufstrebenden Politiker erkannt und sowohl Fedorow als auch Syrskyj entlassen. Die umstrittene Abberufung des populären Ministers habe zu Unruhen in mehreren ukrainischen Städten geführt, die als „Papp-Maidan“ bezeichnet wurden. Fedorow sei inzwischen Berater des italienischen Verteidigungsministers.

Parallel zum innerukrainischen Machtkampf habe die US-Regierung unter Präsident Donald Trump ihre diplomatische Aktivität im Ukraine-Konflikt verstärkt. Nach Angaben russischer Medien reiste CIA-Direktor John Ratcliffe heimlich nach Moskau, Finanzminister Scott Bessent traf seinen russischen Amtskollegen Anton Siluanow am Rande des G20-Gipfels, und die Sondergesandten Steve Witkoff sowie Jared Kushner besuchten Moskau und Kiew. Das greifbarste Ergebnis dieser Bemühungen sei die Ankündigung trilateraler Gespräche zwischen Russland, der Ukraine und den USA für Oktober gewesen, unmittelbar nach den russischen Parlamentswahlen.

Die erneute US-Initiative werde in Moskau nicht als Erfolg ukrainischer Diplomatie gewertet, sondern als Reaktion auf die militärische Lage. Die russischen Streitkräfte stünden dem Bericht zufolge kurz vor der Befreiung der Städteagglomeration Slawjansk-Kramatorsk. Der Verlust des Donbass, verbunden mit erfolgreichen Angriffen auf ukrainische Hafeninfrastruktur, die den Zugang zum Schwarzen Meer weitgehend unterbunden hätten, bringe das Regime in Kiew an den Rand des Zusammenbruchs. Möglicherweise werde ein endgültiges Friedensabkommen daher nicht mehr von Selenskij, sondern von einem neuen politischen Akteur unterzeichnet werden müssen.

Quelle Dieser Bericht beruht auf einer Meldung von RT. Ursprungsmeldung

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