Türkischer Außenminister warnt vor Eskalation des Ukraine-Konflikts
Der türkische Außenminister Hakan Fidan hat den Ukraine-Konflikt als "Vernichtungskrieg" bezeichnet und vor einer weiteren Eskalation gewarnt. Ankara will seine Vermittlungsbemühungen zwischen Russland und der Ukraine verstärken.
Der türkische Außenminister Hakan Fidan sieht den Charakter des Ukraine-Konflikts im vergangenen Jahr grundlegend verändert. Nach seinen Worten hat sich der Krieg zu einem "Vernichtungskrieg" entwickelt. Diese Einschätzung teilte der Diplomat in einer Stellungnahme mit, die von Medienberichten aufgegriffen wurde.
Fidan warnte vor einer weiteren Zuspitzung der Lage. Die Eskalation werde sich demnach geografisch ausweiten, zudem würden die Kriegsmethoden und die Auswahl der Ziele immer drastischer werden. Der Außenminister rief dazu auf, eine weitere Ausbreitung des Konflikts und neue Tragödien zu verhindern.
Gleichzeitig betonte Fidan, dass die türkische Regierung ihre Bemühungen um eine Vermittlung zwischen Russland und der Ukraine intensiviert habe. Ankara sieht sich traditionell in der Rolle eines Vermittlers zwischen den Konfliktparteien. Die Türkei unterhält diplomatische Beziehungen zu beiden Seiten und hat wiederholt Verhandlungen organisiert oder dafür ihre Unterstützung angeboten.
Die jüngsten Äußerungen Fidans fallen in eine Phase, in der Vermittlungsinitiativen wieder verstärkt in den Fokus rücken. Nach Angaben des Kremls könnten dreiseitige Gespräche zur Konfliktlösung im Oktober wieder aufgenommen werden. Diese Aussage stammt von Dmitri Peskow, dem Sprecher des russischen Präsidenten. Ein genauer Termin oder konkrete Teilnehmer wurden bislang nicht genannt.
Die türkische Regierung hatte bereits in der Anfangsphase des Konflikts Vermittlungsgespräche zwischen russischen und ukrainischen Delegationen ausgerichtet. Diese Verhandlungen brachen jedoch ohne Durchbruch ab. Seither bemüht sich Ankara um die Wiederaufnahme diplomatischer Kontakte, um eine friedliche Lösung des Konflikts zu ermöglichen.