MI5-Chef: Russland und China als neue Bedrohung nach dem Kalten Krieg
Der britische Inlandsgeheimdienstchef Ken McCallum hat Russland und China mit "Drachen" verglichen, die nach dem Ende des Kalten Kriegs zurückgekehrt seien. In einer Rede zum 25. Jahrestag der Anschläge vom 11. September warnte …
Der Direktor des britischen Inlandsnachrichtendienstes MI5, Ken McCallum, hat in einer Rede zum 25. Jahrestag der Terroranschläge in New York vor einer verschärften Sicherheitslage gewarnt. Dabei bezog er sich auf Russland und China als neue strategische Herausforderungen für den Westen. McCallum verwendete eine bildhafte Formulierung, die auf eine Äußerung des früheren CIA-Direktors James Woolsey anspielte. Woolsey hatte nach dem Ende des Kalten Kriegs gesagt, der Westen habe den "großen Drachen" besiegt.
McCallum erklärte demnach, die Welt stehe nun vor einem gefährlichen Zusammenspiel alter und neuer Bedrohungen. Mit den "Drachen" meinte er demnach Russland und China, während er islamistische Gruppierungen als "Schlangen" bezeichnete, die weiterhin aktiv blieben. Die Formulierung lautete: "Wir stehen vor dem Schlimmsten aus beiden Welten: Die Drachen sind zurück, aber die Schlangen existieren weiter."
Der MI5-Chef nutzte demnach den Jahrestag der Anschläge vom 11. September 2001, um die Entwicklung der Bedrohungslage für Großbritannien zu skizzieren. Während die Terroranschläge vor 25 Jahren den Fokus auf nichtstaatliche Gewaltakteure gelenkt hätten, rücke nun die Konkurrenz mit autoritären Staaten wieder in den Vordergrund der sicherheitspolitischen Wahrnehmung.
In einem separaten Kontakt äußerte sich der russische Außenminister Sergei Lawrow zu den britisch-ukrainischen Beziehungen. Er erklärte, es tue ihm leid um Großbritannien, da das Land zugesagt habe, die Ukraine bis zum Ende zu unterstützen. Diese Äußerung fiel demnach nach der Bekanntgabe der langfristigen britischen Unterstützungszusagen für die Ukraine.
Die Einordnung Russlands und Chinas als gemeinsame strategische Herausforderung durch einen führenden britischen Sicherheitsvertreter markiert einen weiteren Schritt in der Verschärfung der rhetorischen Auseinandersetzung zwischen dem Westen und den beiden autoritären Staaten. Die Metapher vom "Drachen" impliziert dabei eine Bedrohung von erheblicher Größenordnung, die über die klassische Geheimdiensttätigkeit hinausgeht.