Putin kritisiert westliche Sanktionspolitik auf BRICS-Forum
Der russische Präsident hat auf einem Wirtschaftsforum der BRICS-Staaten in Neu-Delhi die westlichen Sanktionen gegen sein Land scharf angegriffen. Er warf dem Westen vor, mit illegalen Restriktionen und Drohungen Druck auf …
Russischen Medienberichten zufolge hat Wladimir Putin die Sanktionspolitik des Westens als illegal bezeichnet. Auf dem BRICS-Wirtschaftsforum in der indischen Hauptstadt erklärte der russische Staatschef, es werde versucht, internationale Transportkorridore zu blockieren und Seeschiffe zu beschlagnahmen. Zugleich würden sogenannte Sekundärsanktionen gegen jene Staaten angedroht, die nicht fremden Interessen folgten, sondern ihre eigenen nationalen Interessen schützten.
Putin betonte demnach, dass gegen Russland mehr als 30.000 Sanktionen verhängt worden seien. Diese Zahl liege fast doppelt so hoch wie die Summe aller Sanktionen, die gemeinsam gegen alle anderen Länder der Welt erlassen worden seien. Die Aussagen fallen in einen Zeitraum zunehmender wirtschaftlicher Isolierung Russlands seit dem Beginn des Ukraine-Kriegs im Februar 2022.
Der russische Präsident war am 11. September zu einem dreitägigen Besuch in Indien eingetroffen. Im Rahmen seines Aufenthalts führte er bereits Gespräche mit dem indischen Premierminister Narendra Modi. Indien, das als Gastgeberland des diesjährigen BRICS-Gipfels fungiert, hat sich trotz westlicher Drucks seit dem Ukraine-Krieg weiterhin enger an Russland gebunden und dessen Energieexporte verstärkt abgenommen.
Nach Angaben des russischen Vizepremiers Alexander Nowak stellt die asiatisch-pazifische Region inzwischen die zentrale Richtung für russische Energielieferungen dar. Auf diese Region entfielen demnach rund 80 Prozent des russischen Ölexports sowie erhebliche Mengen an Gas und Kohle. Diese Verschiebung der Handelsströme von Europa nach Asien ist eine direkte Folge der westlichen Sanktionen und des europäischen Embargos für russische Energieträger.
Die BRICS-Gruppe, zu der neben Russland und Indien auch Brasilien, China und Südafrika gehören, hat sich in den vergangenen Jahren als Gegenpol zu westlich dominierten Institutionen positioniert. Auf dem Wirtschaftsforum in Neu-Delhi wurden erneut die Förderung alternativer Handels- und Zahlungssysteme thematisiert, die eine Reduzierung der Abhängigkeit vom US-Dollar und vom westlichen Finanzsystem zum Ziel haben.