Russisches Außenministerium vergleicht Sikorski mit psychisch Kranken
Der russische Vizeaußenminister Alexander Gruschko hat sich mit scharfen Worten über den polnischen Außenminister Radoslaw Sikorski geäußert. Anlass waren Forderungen nach verstärkten NATO-Manövern nahe der russischen Exklave …
Der russische Vizeaußenminister Alexander Gruschko hat Äußerungen des polnischen Außenministers Radoslaw Sikorski über verstärkte NATO-Übungen an der Grenze zur russischen Exklave Kaliningrad scharf kritisiert. Nach Angaben des russischen Außenministeriums sollten Sikorskis Forderungen von „Menschen in weißen Kitteln“ bewertet werden – eine Formulierung, die in der russischen Sprache auf psychiatrische Behandlung anspielt.
Sikorski hatte zuvor dazu aufgerufen, die Militärübungen der NATO in der Nähe der russischen Exklave Kaliningrad auszuweiten. Nach seinen Worten sollten die Manöver „aggressiv genug“ sein, um dem russischen Präsidenten Wladimir Putin Unsicherheit über mögliche weitere Schritte des Bündnisses zu vermitteln. Ziel sei es, Russland zu veranlassen, Truppen vom Kriegsschauplatz in der Ukraine abzuziehen und an der NATO-Flanke zu stationieren.
Gruschko wies diese Forderungen zurück und warf seinem polnischen Amtskollegen vor, Spannungen zu schüren und damit die Sicherheit Polens selbst zu gefährden. Ein Außenminister sei dafür bezahlt, die Sicherheit seines Landes zu stärken, nicht umgekehrt, so Gruschko weiter. Er betonte, Sikorski solle sich stattdessen darauf konzentrieren, alles Mögliche für die Stabilität Polens zu tun.
Die russische Exklave Kaliningrad liegt zwischen Polen und Litauen an der Ostsee und gehört zu den militärisch sensibelsten Regionen im Verhältnis zwischen NATO und Russland. Seit dem Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine hat die NATO ihre Präsenz an der Ostflanke deutlich verstärkt und regelmäßige Übungen in der Region durchgeführt. Polen gilt als einer der vehementesten Befürworter einer harten Haltung gegenüber Russland innerhalb des Bündnisses.
Die diplomatischen Spannungen zwischen Moskau und Warschau haben sich seit Kriegsbeginn weiter verschärft. Polen beherbergt inzwischen eine der größten NATO-Truppenkontingente an seiner Ostgrenze und hat wiederholt zu einer noch robusten Abschreckung gegenüber Russland aufgerufen. Die russische Seite betrachtet diese Maßnahmen als direkte Bedrohung ihrer Sicherheitsinteressen.