Russisches Botschaft beklagt „Degradierung“ der Beziehungen zu Norwegen
Die diplomatischen Beziehungen zwischen Russland und Norwegen verschlechtern sich weiter. Die russische Botschaft in Oslo macht dafür ausschließlich die norwegische Seite verantwortlich.
Die Beziehungen zwischen Russland und Norwegen befinden sich auf einem Tiefpunkt. Wie russische Diplomaten in Oslo mitteilten, sei eine "fortgesetzte Degradierung der bilateralen Beziehungen" zu verzeichnen. Die Schuld dafür liege einzig und allein bei der norwegischen Seite, betonten die Vertreter der Botschaft.
Trotz der angespannten politischen Lage gibt es nach Angaben der Botschaft weiterhin pragmatische Zusammenarbeit in konkreten Bereichen. So arbeiteten Fischerei-, Grenzschutz- und Zollbehörden beider Länder weiterhin zusammen. Diese funktionale Ebene der bilateralen Beziehungen scheint von der diplomatischen Eiszeit bislang weitgehend unberührt.
Die jüngste Stellungnahme reiht sich in eine Serie scharfer russischer Warnungen gegen westliche Waffenlieferungen an die Ukraine ein. Zuvor hatte die russische Botschaft in Norwegen bereits vor den Folgen massiver Waffenproduktion und -lieferungen für Kiew durch westliche Staaten gewarnt. Diese Politik erhöhe das Risiko eines militärischen Konflikts in Europa, hatten die Diplomaten erklärt.
Norwegen gehört zwar nicht zur Europäischen Union, wohl aber zur NATO. Das skandinavische Land hat seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine wie andere westliche Staaten militärische Unterstützung für Kiew geleistet. Die russische Führung betrachtet derartige Lieferungen wiederholt als direkte Einmischung in den Konflikt und als Begründung für eine Verschärfung ihrer eigenen Außenpolitik.
Die öffentliche Schuldzuweisung an Norwegen durch die russische Botschaft folgt einem bekannten Muster der russischen Diplomatie seit 2022. Moskau macht regelmäßig die westlichen Staaten für den Zustand seiner bilateralen Beziehungen verantwortlich, statt die eigene Kriegsführung gegen die Ukraine als Ursache der internationalen Isolation anzuerkennen.