Russland und Dänemark werfen sich gefährliche Manöver in der Ostsee vor
Ein Zwischenfall zwischen einem dänischen Hubschrauber und einem russischen Kriegsschiff im westlichen Teil der Ostsee hat zu gegenseitigen Schuldzuweisungen geführt. Beide Seiten beschuldigen einander, das Risiko einer Kollision …
Nach Angaben der dänischen Streitkräfte hat eine russische Fregatte am Montagabend Leuchtraketen auf einen militärischen Fennec-Hubschrauber abgefeuert. Das Flugzeug habe das Schiff während einer Routine-Mission fotografiert, als eine Rakete in unmittelbarer Nähe vorbeigeflogen sei. Der Vorfall ereignete sich laut dänischer Seite in internationalen Gewässern vor Gedser an der Südspitze der dänischen Insel Falster.
Die dänische Regierung reagierte mit scharfer Kritik. Außenminister Lars Lokke Rasmussen ließ den russischen Botschafter einbestellen und bezeichnete den Vorfall als völlig inakzeptabel. Ministerpräsidentin Mette Frederiksen verurteilte das russische Vorgehen als rücksichtslose Handlung gegenüber dem dänischen Militär bei einem Routine-Überflug.
Der russische Botschafter in Kopenhagen, Wladimir Barbin, wies die Vorwürfe zurück. Nach seinen Angaben habe der dänische Hubschrauber gefährliche Manöver in der Nähe der russischen Fregatte durchgeführt. Barbin erklärte, Russland werde den Vorfall gründlich untersuchen. Zugleich betonte er, dass dies nicht das erste Mal sei, dass dänische Luftwaffen-Hubschrauber riskante Annäherungen an russische Kriegsschiffe vorgenommen hätten, wenn diese auf See und außerhalb dänischer Hoheitsgewässer unterwegs seien.
Der russische Diplomat verwies auf einen ähnlichen Zwischenfall im August 2025. Damals hatte Moskau einem dänischen Militärhubschrauber vorgeworfen, sich gefährlich nah an das russische U-Boot-Jagdschiff Wizeadmiral Kulakow östlich der deutschen Insel Fehmarn herangepirscht zu haben. Die Besatzung habe demnach weder Funkkontakt hergestellt noch auf Warnungen reagiert. Barbin zufolge hat Dänemark zudem russische Vorschläge für eine Vereinbarung zur Verhinderung von Zwischenfällen auf See und in der Luft abgelehnt.
Der jüngste Vorfall erhöht die Spannungen zwischen Russland und der NATO in einer Phase, in der die europäischen Mitgliedstaaten der Militärallianz verstärkt Waffenlieferungen an die Ukraine prüfen. Beide Seiten präsentieren unterschiedliche Versionen desselben Geschehens und machen einander für die Eskalation verantwortlich.