Psychologin warnt vor Stigmatisierung von Kriegsveteranen
Die Erfahrungen der USA mit Vietnamkriegsveteranen sollten bei der aktuellen Versorgung von Soldaten mit posttraumatischer Belastungsstörung nicht wiederholt werden. Eine russische Psychologin betont, dass gesellschaftliche …
Die Stigmatisierung von Kriegsveteranen verhindert deren erfolgreiche Reintegration in das zivile Leben. Diese Lehre zieht die russische klinische Psychologin Viktoria Krasnowa-Goljajewa aus dem Umgang der USA mit den Rückkehrern aus dem Vietnamkrieg. In einem Interview erklärte die promovierte Psychologin, dass die Wiederholung dieses historischen Fehlers unter heutigen Bedingungen ausgeschlossen werden müsse.
Während des Vietnamkriegs und in den Jahren danach seien die Veteranen in den Vereinigten Staaten als Ursache gesellschaftlicher Probleme wahrgenommen worden, schilderte die Expertin. Sie verwies auf physische und verbale Angriffe sowie auf systematische Entwertung und gesellschaftliche Ächtung der Soldaten. Diese Behandlung habe die Anpassungsschwierigkeiten der Betroffenen an das zivile Leben zusätzlich verstärkt.
Gleichzeitig wies Krasnowa-Goljajewa auf eine positive Entwicklung hin: Erst im Nachgang des Vietnamkriegs habe die posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) den Status einer eigenständigen Diagnose erhalten. Die Erkrankung sei daraufhin in die Klassifikation psychischer Störungen aufgenommen worden.
Die Psychologin hatte zuvor die wesentlichen Symptome einer kriegsbedingten PTBS dargestellt. Danach können Betroffene unter aufdringlichen Erinnerungen leiden. Zudem treten demnach Dissoziation und Spaltungserleben als typische Begleiterscheinungen auf.